Während in Österreich die Politik in Sachen Fußball nach wie vor auf der Bremse steht, werden die Rückkehrpläne in den großen internationalen Ligen immer konkreter. In Deutschland ist der 16. Mai – unter anderem mit dem Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 – bereits als Ankick-Termin fixiert, in England unterstützt die Regierung, die am Sonntag über Lockerungsmaßnahmen informieren will, angeblich Pläne, die erste und zweite Liga ab 12. Juni wieder spielen zu lassen, für Spanien nannte Leganés-Trainer Javier Aguirre in der Nacht auf Freitag in einem Interview mit der mexikanischen Website Marca Claro den 20. Juni als möglichen Starttermin.

Sollten seine – von der spanischen Liga nicht bestätigten – Angaben stimmen, könnte bis zum 26. Juli samstags, sonntags, mittwochs und donnerstags Spiele stattfinden. "Ich bin sehr froh, dass wir unser Trainingsprogramm jetzt festlegen können", sagte Aguirre.

Es bleibt ein Gefühl der Angst

Auch in Italien sollen die Kicker ab 18. Mai wieder ins normale Mannschaftstraining einsteigen. Die Betonung liegt freilich auf "sollen". Denn nicht alle wollen auch. Angesichts des Ausmaßes der Coronavirus-Epidemie in der Lombardei stehe ihm und seinen Kollegen der Sinn nicht nach Fußball, sagte zuletzt Brescia-Kapitän Daniele Gasteldello der Zeitung "La Repubblica". Vielmehr überwiege ein Gefühl der Angst. "Wir alle kennen jemanden, der direkt von der Tragödie getroffen wurde. Wir haben erfahren, wie schnell Familien zerstört werden können." Auch Massimo Cellino, der Klubpräsident des Tabellenletzten, hatte zuletzt mit Blick auf Deutschland und die europäische Konföderation Uefa gesagt: "Merkel und die Uefa sind mir egal. Italien muss für sich selbst entscheiden."

Uefa und Fifa passen Reglement an

Tatsächlich drängt die Uefa ihre Mitgliedsverbände zu einem Fertigspielen der Saison, um für die kommende Spielzeit auch im Blick auf die Europacup-Bewerbe klare Verhältnisse zu schaffen – und nimmt dafür auch in Kauf, dass die nationalen Ligen mitunter ihren Modus ändern. Schließlich könnte proportional mit der Dichte des Terminplans auch die Verletzungsgefahr steigen, wie Sportmediziner warnen. Um dem vorzubeugen, will auch der Weltfußballverband Fifa eine Ausnahmeregelung schaffen und fünf Auswechslungen ermöglichen. Wirkliche Klarheit diesbezüglich und in Hinblick auf andere Fragen wie etwa die Vertragssituationen gibt es aber nach wie vor nicht. Die Bremse in Europas Fußball ist noch nicht gelöst – da wie dort nicht.