Geschäftsführer Paul Barber von Brighton & Hove Albion hat mit eindringlichen Worten vor einem zu frühen Neustart der englischen Fußball-Premier-League gewarnt. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht den falschen Schritt machen. Denn wenn wir es tun, könnte es Leben ruinieren. Es könnte Leben kosten", sagte Barber der britischen Zeitung "Daily Mail" (Sonntag): "Das können wir uns nicht erlauben."

Die Saison soll am 12. Juni wieder aufgenommen werden und mit dem Finale um den FA-Cup am 8. August enden. Am Montag wollen die 20 Vereine der Premier League über die Fortsetzung der Saison zu beraten.

Wie die "Daily Mail" weiter berichtete, wollen dabei auch andere Vereine vor einem aus ihrer Sicht zu frühen Wiederbeginn warnen. In der vergangenen Woche waren in Großbritannien täglich fast 500 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben.

Zudem positionieren sich neben Brighton auch die ebenfalls abstiegsgefährdeten Clubs FC Watford oder Aston Villa klar gegen die geplanten neutralen Spielorte für die Partien ohne Zuschauer. Es werde jedoch erwartet, dass die Premier-League-Bosse erneut bekräftigen, sich an den Rat der Gesundheitsbehörde in England zu halten und bei zehn geprüften neutralen Spielorten zu bleiben.

Viel werde nun davon abhängen, ob in Deutschland die 1. und die 2. Bundesliga nach der Quarantäne für den Zweitligisten SG Dynamo Dresden wie geplant am kommenden Wochenende wieder losgehen werde, meinte die "Daily Mail." Die Premier League hat bisher 29 von 38 Spieltagen absolviert.

Deutsche Liga hält trotz Dresden-Quarantäne am Neustart fest

Die Deutsche Fußball Liga hält am Neustart der 1. und 2. Fußball-Bundesliga in einer Woche auch nach der Quarantäne für die komplette Mannschaft der SG Dynamo Dresden fest. "Wir ändern momentan nicht das Ziel, sondern nur die Pläne", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Samstag im "aktuellen Sportstudio" des ZDF. Das Ziel sei, die Saison zu Ende zu bringen.

Die Quarantäne für Dynamo sei im Moment kein Grund, die Fortführung der 2. Liga infrage zu stellen.

Er selbst habe am Nachmittag davon erfahren, dass bei dem sächsischen Club bei der dritten Testreihe zwei weitere Profis positiv auf das Coronavirus getestet worden seien. Bei der ersten Testreihe hatte es einen positiven Befund gegeben. Das zuständige Gesundheitsamt in Dresden verordnete daraufhin eine 14-tägige häusliche Quarantäne. Damit kann der Tabellenletzte Dynamo Dresden weder auswärts am 17. Mai gegen Hannover 96 antreten, noch am darauffolgenden Wochenende die SpVgg Greuther Fürth im heimischen Stadion empfangen.

Die Namen der betroffenen Spieler nannte der Verein des Österreichers Sascha Horvath mit Verweis auf die Privatsphäre nicht. "Fakt ist, dass wir in den kommenden 14 Tagen weder trainieren noch am Spielbetrieb teilnehmen können", sagte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

Das Konzept zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs, die in einer Woche erfolgen soll, sah nur eine Quarantäne für den positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Spieler vor. Seifert bekräftige im ZDF, dass man immer betont habe, dass die Gesundheitsämter vor Ort entscheiden würden.

Es sei auch hypothetisch, darüber zu sprechen, was passiere, wenn es auch noch in andere Städten oder bei anderen Mannschaften vorkomme. Er interpretiere das auch nicht als Rückschlag. "Es war völlig klar, dass das passieren konnte", sagte Seifert.(apa/dpa)