Das Tauziehen um eine Fortsetzung der österreichischen Tipico-Bundesliga dürfte bald zu Ende sein. Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler (Grüne) äußerte sich am Montag zuversichtlich, dass die oberste Spielklasse trotz Coronavirus-Pandemie "Ende Mai, Anfang Juni" ihren Betrieb wird fortsetzen können. Zunächst werde ja das Mannschaftstraining ab Freitag zugelassen, danach sehe es ebenfalls "ganz gut aus", versicherte der ehemalige Sturm-Nachwuchsspieler. Er habe sich zuletzt bei den "intensiven Gesprächen" zwischen dem Gesundheitsministerium, der Bundesliga und dem ÖFB "sehr eingesetzt zu vermitteln. Und ich darf berichten, dass heute noch Schlussgespräche stattfinden", meinte der 58-Jährige, der davon ausgeht, "dass wir hier zu einer Lösung in dieser Woche - vielleicht schon bis Mittwoch - kommen". Über den genauen Spielplan müsse dann die Bundesliga selbst entscheiden.

Zuletzt hatte insbesondere Gesundheitsminister Rudolf Anschober den Vorschlag der Liga, im Falle eines positiven Corona-Tests nur den jeweiligen Spieler sowie dessen Kontakte zu isolieren, zurückgewiesen und auf eine Quarantäne des ganzen Teams bestanden. Damit hing der Liga-Neustart am seidenen Faden. Allerdings war zuletzt durch die Freigabe des Konzepts in Deutschland wieder Bewegung in die Sache gekommen.

Kommt Trainings-Quarantäne?

Laut Informationen der APA soll es nach einem zweiwöchigen Mannschaftstraining wieder mit durchgehenden englischen Wochen - also zwei Partien für jeden Klub pro Woche - losgehen. Wie in Deutschland könnte dem Start allerdings eine Art Pflicht-Trainingslager unter Quarantänebedingungen vorausgehen. Als erstes Match stünde jedenfalls das verschobene ÖFB-Cup-Finale zwischen Titelverteidiger Red Bull Salzburg und Zweitligist Austria Lustenau an.

Auch Austrias Vorstandsvorsitzender Markus Kraetschmer, der zuletzt stets vom Fischen in trüben Gewässern sprach, sah nun Licht am Horizont. "Es scheint wirklich so zu sein, dass wir zu einer vernünftigen Lösung in den nächsten Stunden oder Tagen kommen." Er forderte aber auch einen Gesamtplan für den Stadionbetrieb: "Wir sprechen alle davon, dass diese Woche der Restaurantbetrieb, dass Gasthöfe wieder aufsperren. Es ist für mich dann unverständlich, warum wir im Bereich VIP und Hospitality nicht auch Teile öffnen dürfen."

Von derlei Zusatzeinnahmen können die Zweitligisten bestenfalls träumen - denn dort steht der Spielbetrieb der laufenden Saison endgültig vor dem Abbruch. Wie berichtet, findet am Dienstag die nächste Klubkonferenz der 16 Vereine der Hpybet 2. Liga an - und diesmal könnte der Antrag von einzelnen Vereinen, die Saison elf Spieltage vor Schluss abzubrechen, eine Mehrheit finden. Im April hatten sich bereits 9 von 16 Klubs aus finanziellen Gründen für ein Ende ausgesprochen, allerdings scheiterte der Antrag an der nötigen Zweidrittelmehrheit für einen außerordentlichen Tagesordnungspunkt.

Ried kämpft um Fortsetzung

Tabellenführer SV Ried indes kämpft weiter um eine Fortsetzung der Liga und bringt seinerseits Anträge zum Weiterlaufen der Liga ein: Zum einen soll sanktionslos aufhören können, wer sich einen Wiederanpfiff nicht leisten kann, zum anderen soll auf billigere Fußballplätze ausgewichen werden können.(may/apa)