Die Fußball-Bundesliga hat am Donnerstag beim zuständigen Senat 1 ein Verfahren gegen den LASK eingeleitet. Laut einer Aussendung wurden der Liga Videos übermittelt, welche die Abwicklung eines regulären Mannschaftstrainings zeigen. Bis Freitag, 15. Mai, waren aber aufgrund der Corona-Vorgaben nur Einheiten in Kleingruppen und in vorgegebenen Abständen erlaubt.

Wenige Minuten nach der Liga-Mitteilung äußerten sich die übrigen elf Oberhaus-Klubs in Pressemitteilungen empört über das angeblich Missverhalten des LASK. Die Bundesliga versprach, "den Sachverhalt rasch und vollständig aufzuklären".

Linzer beklagen Spionage

Mit welch harten Bandagen zwei Wochen vor Wiederanpfiff des österreichischen Fußballs gekämpft wird, beweist, dass die angeblichen Beweisvideos illegal beziehungsweise sogar auf kriminellem Wege zustande gekommen sein könnten. Denn die Linzer hatten wiederum ihrerseits etwa eine Stunde zuvor "Wirtschaftsspionage" beklagt und von zwei vermummten Verdächtigen berichtet, die in der Nacht auf Mittwoch in die Raiffeisen-Arena eingebrochen wären und dort eine Überwachungskamera angebracht hätten.

Der Strafrahmen wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Grundgedanken des Fairplay reicht laut Paragraf 111a der ÖFB-Rechtspflegeordnung von einer Ermahnung über eine Geldstrafe und Punkteabzüge bis zu einem Zwangsabstieg und einem Ausschluss aus dem ÖFB. Da es sich offenbar nur um ein Mannschaftstraining zwei Tage vor Ende des Verbots handelte, dürfte der Vizemeister und aktuelle Tabellenführer eher mit einer milden Strafe davonkommen.
Die Empörung der Konkurrenz ist dennoch groß: "Wir sind schockiert und fassungslos über die Vorgehensweise des LASK. Seit vielen Monaten arbeiten wir gemeinsam so hart an Perspektiven, nicht nur für den österreichischen Bundesliga-Fußball. Offensichtlich sind sich nicht alle Klubs und Personen dieser großen Verantwortung bewusst", meinte Stephan Reiter, Geschäftsführer von Tabellennachbar Red Bull Salzburg.