Um Verstöße gegen die Corona-Abstandsregeln wie jene des LASK hinanzuhalten, setzt die englische Fußball-Premier-League auf Kontrolle. Der Beginn des Kleingruppentrainings am Dienstag sollte von einem Inspektorenteam genau beobachtet werden, teilte die Liga am Montagabend mit.

Nicht angekündigte Besuche der Einheiten sind demnach ebenso geplant wie die Anforderung von Videomaterial und GPS-Daten.
Ziel sei es, auf jedem Trainingsgelände einen Kontrolleur zu haben, hieß es vonseiten der Liga. In Englands Oberhaus dürfen die Klubs ab dieser Woche in Fünfergruppen für maximal 75 Minuten trainieren.

Ein Re-Start der Liga am 12. Juni galt bisher als wahrscheinlich. Laut Medienberichten könnte sich dieser aber um eine weitere Woche verzögern. Die Zeitung "Daily Mail" hatte bereits berichtet, dass die Saison daher bis zum 22. August verlängert werden soll.

Klopp: "Der sicherste Ort überhaupt"

Im Vorfeld des Trainingsstarts hatte Liverpool-Trainer Jürgen Klopp, seines Zeichens kein Freund der Strategien des britischen Premier Boris Johnson, positive Worte gefunden. Seiner Meinung nach wären nicht nur die Trainings sicher, sondern die Trainingszentren überhaupt die "sichersten Orte", sagte der 52-Jährige im "Leadership-Talk der DFB-Akademie".

"Da kann sich keiner anstecken. Danach gehen sie (die Spieler, Anm.) nach Hause, verhalten sich, wie sie sich bisher verhalten haben, sind in quarantäneähnlichen Situationen. Das sollte also möglich sein."

Bisher wurden in der englischen Premier League 29 von 38 Spieltagen absolviert. Klopps Liverpool führt die Tabelle mit 25 Punkten Vorsprung an und steht kurz vor dem ersten Meistertitel seit 30 Jahren.

Das stehe für ihn momentan aber nicht im Vordergrund, beteuerte Klopp. "Es gibt schlimmere Dinge im Leben, als nicht Meister zu werden", sagte er mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie klar. "Das Wichtigste im Moment ist der Umgang mit dieser Krise." Der frühere Coach von Borussia Dortmund und des FSV Mainz 05 sagte jedoch auch, dass er eine Annullierung der Saison persönlich als "ungerecht" empfinden würde. Bezogen auf den Sport meinte er er: "Das war mein Worst-Case-Szenario: Dass jemand die Saison für null und nichtig erklären wollte." (apa/Reuters/dpa)