Ein letztes Willkommens-Transparent haben sie in Seefeld erst jetzt abgebaut. Die Vorfreude auf zunächst die deutschen und danach die österreichischen Fußballstars war in der Tiroler Alpen-Gemeinde riesig - bis das Coronavirus einen Strich durch die Pläne machte. Das DFB-Team wollte sich in Seefeld auf die Euro 2020 vorbereiten, das ÖFB-Team dort während der EM-Endrunde Quartier beziehen.

In wenigen Tagen wäre Jogi Löw mit der deutschen Mannschaft im Wellnesshotel "Nidum" angekommen und für rund zwei Wochen geblieben. Kurz nach deren Abflug wäre am 9. Juni Franco Foda mit dem rot-weiß-roten Team eingezogen, das von Seefeld aus zu den Matches nach Bukarest und Amsterdam reisen wollte.

Das ÖFB-Team wäre am Samstag in Bad Tatzmannsdorf in die EM-Vorbereitung gestartet. Aber die schönen Sommerträume sind geplatzt, es gibt 2020 kein Camp in Bad Tatzmannsdorf und keines in Seefeld. Aber es gibt ein neues Motto: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. In Seefeld hoffen Tourismusverband, Hoteliers und die Einwohner, dass sowohl Alaba, Arnautovic und Co. als auch Neuer, Kroos und Co. nun eben 2021 zu ihnen kommen.

So ist auch der Plan des ÖFB. Der Verband ist mit dem getroffenen Setup in Seefeld zufrieden und hat das Quartier auch für kommenden Juni blockiert. Allerdings ist zunächst die Uefa am Zug. Die Entscheidung, ob die EM unverändert in zwölf Ausrichterstädten ausgetragen wird, soll am 17. Juni bekanntgegeben werden.

Danach will der ÖFB seine Pläne fixieren. Denn man wartet ab, ob es bei den Spielorten zu Änderungen kommt. Nach derzeitigem Stand bestreitet das österreichische Team zwei Partien (gegen die Ukraine und einen Play-off-Aufsteiger) in Bukarest und das Match gegen die Niederlande in Amsterdam. Für den Fall, dass vielleicht alle drei Spiele in Osteuropa ausgetragen werden würden, würde wohl auch der Standort des EM-Quartiers überdacht werden.

Auch Deutsche wollen nur verschieben

Ähnlich die Situation mit der deutschen Mannschaft. "Beide Parteien haben signalisiert, dass wir das Trainingslager verschieben und nicht absagen", sagte der Geschäftsführer der Olympia-Region, Elias Walser, der Deutschen Presse-Agentur: "Wir gehen davon aus, dass der DFB im nächsten Jahr bei uns ist."

Die Transparente werden nicht eingestampft, sondern verstaut. Auch das Konzept, das vor der EM-Verschiebung auf den 11. Juni bis 11. Juli 2021 durch die Uefa Mitte März "ziemlich fertig" war, verschwindet vorläufig nur in der Schublade.

Vom Projekt sind sie in Seefeld überzeugt. "Wir hätten mit einem großen Run an Fans und Medien gerechnet", sagte Walser, der dabei einen Vergleich zu den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2019 zog. "Die mediale Aufmerksamkeit wird ein Vielfaches höher sein. Fußball und die deutsche Nationalmannschaft, da gibt es nichts Vergleichbares." (apa)