Fast ein Viertel der kommenden Geisterspiele in der heimischen Fußball-Bundesliga werden die Fans live im Free-TV sehen können. Der ORF sicherte sich die diesbezüglichen Rechte für 15 Partien der Meister- und Qualifikationsgruppe, die am 2. Juni starten. Das gaben Hauptlizenznehmer Sky und die Liga am Freitag bekannt. Zudem liegen nun die adaptierten Anstoßzeiten vor.

Der ORF wird zehn Matches der Meistergruppe, darunter fünf Top-Spiele sowie fünf der Qualifikationsgruppe parallel zu Sky übertragen. Die entsprechenden Spielauswahlen würden zeitnah bekanntgegeben, teilte die Liga am Freitag mit. Sky zeigt alle 63 ausständigen Liga-Partien - die je zehn Runden in Meister- und Qualifikationsgruppe (60 Spiele) sowie die drei Begegnungen des Europa-League-Play-offs live.

"In der aktuellen Sondersituation, in der keine Zuschauer in die Stadien können, soll der Zugang zur österreichischen Fußball-Bundesliga im Fernsehen so breit wie möglich sein. Dies ist dank der konstruktiven Verhandlungen zwischen unserem TV-Partner Sky und dem ORF gelungen", erklärte Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer. "Wir freuen uns auf den Finaldurchgang und die Übertragungen zur besten Sendezeit."

Mit der Einigung in Sachen Live-Bewegtbild gab die Bundesliga auch die adaptierten Ankickzeiten für die anstehenden englischen Wochen bekannt. So finden die drei Spiele der Qualifikationsgruppe am Samstag wie gewohnt um 17 Uhr statt. In der Meistergruppe wird am Sonntag insbesondere auch im Hinblick auf die höheren Temperaturen in den ungewohnten Spielmonaten Juni und Juli auf den 14.30-Uhr-Termin verzichtet. Zwei Spiele steigen um 17 Uhr, eines um 19.30 Uhr.

Dienstags (Qualifikationsgruppe) beziehungsweise mittwochs (Meistergruppe) wird jeweils zweimal um 18.30 und einmal um 20.30 Uhr angepfiffen. Die Spiele der vorletzten Runde beginnen jeweils um 20.30, jene der letzten Runde jeweils um 17 Uhr.

Fragezeichen hinter LASK

Diese Neuerungen sind ein weiterer Mosaikstein der Bundesliga in dem Puzzle der schrittweisen Rückkehr zur Normalität. Schon am Mittwoch vergangener Woche war nach entsprechenden Verhandlungen mit der Bundesregierung beziehungsweise deren Bekenntnisses ein Neustart der Liga am 2. Juni - davor soll am 29. Mai das Cupfinale zwischen Red Bull Salzburg und Zweitligist Austria Lustenau stattfinden - verkündet worden. Sowohl in der Meister- als auch in der Qualifikationsgruppe sind noch 10 Runden zu absolvieren.

In die letzte und entscheidende Phase der Meisterschaft geht der LASK - vorbehaltlich einer noch ausstehenden Sanktion durch die Liga wegen des bis vergangenen Freitag verbotenen Mannschaftstrainings - als Führender, dahinter folgen Titelverteidiger Salzburg, Rapid, der WAC, Sturm Graz und Hartberg. Die Qualifikationsgruppe wird von Austria Wien angeführt, das sich noch Hoffnungen auf den Europacup machen darf; dahinter folgen Altach, die Admira, Tirol, Mattersburg und St. Pölten.

In der spielfreien Zeit haben vor allem Videos von einem Mannschaftstraining der Linzer für Aufregung gesorgt - zu einem Zeitpunkt, als eigentlich nur Kleingruppentrainings ohne Körperkontakt erlaubt gewesen waren. Die Linzer haben ihrerseits eine Stellungnahme vorgebracht sowie angeblich Fotobeweise geliefert, die nahelegen, dass auch bei anderen Klubs nicht alles nach rechten Dingen abgelaufen sei. Die Bundesliga wird kommende Woche über eine mögliche Sanktion entscheiden, im Raum stehen Strafen von einer Verwarnung bis hin zu einem Punkteabzug und gar einem (unrealistischen) Zwangsabstieg.(apa/art)