Die Coronapause der Fußball-Bundesliga ist am Dienstag im Mattersburger Pappelstadion mit einem 1:1 (1:1) zwischen dem SVM und dem SCR Altach zu Ende gegangen. Emanuel Schreiner brachte die Gäste in der 16. Minute in Führung, Jano gelang drei Minuten später der Ausgleich.

Damit liegen die Burgenländer nach der ersten Runde der Qualifikationsgruppe als Vierter einen Punkt vor dem neuen Schlusslicht WSG Tirol. Altach übernahm zumindest für zwei Stunden die Führung von der Austria, die am Abend die Admira empfing.

In der wegen der Coronavirus-Pandemie ohne zahlende Zuschauer ausgetragenen Partie gab es die meisten Höhepunkte bereits in der Anfangsphase. In der 16. Minute landete ein katastrophaler Fehlpass von Michael Lercher bei Schreiner, der nach Kopfball-Doppelpass mit Christian Gebauer allein aufs Mattersburger Tor zog und überlegt abschloss.

Die Antwort der Gastgeber folgte drei Minuten später - nach einer Freistoßflanke von Andreas Kuen sprang Jano höher als Philipp Schmiedl und köpfelte zum 1:1 ein. In der 28. Minute ließ Altachs Jan Zwischenbrugger einen Sitzer aus: Nach Freistoß von Johannes Tartarotti und Vorlage von Berkay Dabanli schoss der Defensivspieler aus kurzer Distanz an die Latte.

Duell auf Augenhöhe

Danach lieferten sich beide Mannschaften ein Duell auf Augenhöhe. Die Altacher zeigten die technisch feinere Klinge, Mattersburg machte dieses Manko durch Kampfkraft wett. Durch ihre physische Stärke gewannen die Mattersburger im Laufe der zweiten Hälfte zusehends die Oberhand.

Bemerkbar machte sich dies zunächst bei harmlosen Distanzschüssen, dann aber auch bei einer Topchance für den eingewechselten Alois Höller, der freistehend an Altach-Goalie Benjamin Ozegovic scheiterte. Den abspringenden Ball setzte Kuen ans Außennetz (65.). Auch die Altacher wurden noch einmal gefährlich, ein Schuss von Gebauer aus relativ spitzem Winkel verfehlte das Ziel aber deutlich (77.).

So blieb es bei einer im Endeffekt gerechten Punkteteilung, die beiden Teams nicht wirklich weiterhalf. Die Mattersburger müssen weiterhin auf ihren zweiten Saison-Heimsieg, den ersten seit Juli 2019, warten, sind aber in den drei bisherigen Kräftemessen mit Altach in dieser Spielzeit noch ungeschlagen.

Klarer Sieg für SKN St. Pölten

Der SKN St. Pölten ist nach einem klaren 5:0-(3:0)-Sieg bei der WSG Tirol nicht mehr Schlusslicht der Fußball-Bundesliga. Kofi Schulz (6.), Triple-Goalgetter Cory Burke (10., 15., 54.) und "Joker" Christoph Messerer trafen beim Restart nach der knapp dreimonatigen Corona-Zwangspause in Innsbruck für die Niederösterreicher, die zuvor acht Spiele sieglos geblieben waren.

Für das neue Schlusslicht war es dagegen die erste Niederlage nach sieben Punkten aus den jüngsten drei Spielen. Nach der 1:5-Auswärtsschlappe am 9. November des Vorjahres setzte es damit für die Tiroler das zweite Debakel gegen den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt. Trainer Thomas Silberberger, der nach seinem Motorradunfall am Pfingstwochenende am Dienstag erneut am schwer verletzten Unterschenkel operiert worden war und das Debakel deshalb vom Krankenhausbett aus im TV verfolgen musste, hatte vor der Partie von einem "richtungsweisenden Spiel" gesprochen.

Die erstmals von Neo-Coach Robert Ibertsberger betreuten Gäste erwischten begünstigt durch arge Abwehrschnitzer der Wattener einen Traumstart in das Auftaktmatch der Qualifikationsgruppe. Nach einem Fehlpass von Fabian Koch hatte Außenverteidiger Schulz auf der linken Seite Platz und schloss überlegt sowie wuchtig ins kurze Eck ab, da Tormann Ferdinand Oswald mit einem Pass zur Mitte auf Burke gerechnet hatte.

Zwei Meter Sicherheitsabstand

Zu diesem Zeitpunkt waren gerade einmal fünf Minuten gespielt. Es dauerte nur weitere vier Minuten, bis Burke nach einem kapitalen Stockfehler von Stefan Hager den zweiten SKN-Treffer besorgte. Und nach nicht einmal einer Viertelstunde und Querpass von Schulz schnürte der 28-jährige Jamaikaner, eine Leihgabe des MLS-Clubs Philadelphia Union, bereits einen Doppelpack, auch weil die WSG-Hintermannschaft sogar im Strafraum noch fast zwei Meter Sicherheitsabstand eingehalten hatte.

Burke hatte in der Folge im Konter sogar die Chance auf den lupenreinen Hattrick, doch Oswald lenkte den Ball mit dem Fuß noch glücklich an die Latte (22). Trotzdem durften sich der SKN über die bisher höchste Bundesliga-Halbzeitführung seiner Bundesliga-Geschichte freuen. Einen Abwehrfehler von Bruno Soares nahm der in der Pause eingewechselte Nicolas Meister dankend an und spielte quer auf Burke ab, der erneut perfekt vollendete und damit endgültig für die vorzeitige Entscheidung sorgte. Den Schlusspunkt setzte Messerer nach Vorarbeit von George Davies, der ebenfalls nach der Pause eingewechselt worden war.

Schwache Abwehrleistung

Die beste WSG-Chance der gesamten Partie hatte Stefan Maierhofer, der mit seinem Kopfball aber an Tormann Christoph Riegler (29.) scheiterte. Ein Freistoß von Benjamin Prantner aus über 20 Metern zischte knapp am Kreuzeck vorbei (34.). Nach dem Wechsel gab es keine weiteren nennenswerten Möglichkeiten der Tiroler, die eigentlich das Leid ihres Trainers lindern und ihm auch ein vorzeitiges Geschenk zum 47. Geburtstag am (morgigen) Mittwoch machen wollten. Doch die schwache Abwehrleistung erinnerte an den Herbst, in dem die WSG 47 Gegentor zugelassen hatte. (apa)