Vizemeister LASK liegt in der Bundesliga nach Monaten im Kampf um die Tabellenspitze und sechs Punkten Vorsprung nach dem Grunddurchgang plötzlich außerhalb der Top-Zwei. Nach dem (nicht rechtskräftigen) Sechs-Punkte-Abzug der Liga und der Heimniederlage gegen Hartberg zum Re-Start verloren die Linzer nicht nur den Anschluss an Leader Salzburg, sondern fielen auch einen Zähler hinter den WAC zurück. Gegen den geht es nun am Sonntag (17Uhr/ORF 1 und Sky) im Lavanttal im Spitzenspiel um die Rolle als erster Jäger des Salzburger Serienmeisters.

Die Wolfsberger haben ihr Erfolgserlebnis bereits gefeiert: In Graz gingen die Kärntner auch dank eines Fallrückziehers von Torjäger Shon Weissman als Sieger vom Platz. Für Ferdinand Feldhofer änderten sich die Vorzeichen vor dem Duell des Zweiten mit dem Dritten dadurch wenig. "Die Niederlage des LASK hat für uns wenig Bedeutung. Wir sind uns bewusst, wie stark sie sind. Aber wir machen unsere Hausaufgaben und werden dem LASK nichts schenken", sagte der WAC-Coach. Der Blick auf die Tabelle sei aktuell "angenehm" - mehr aber nicht.

Feldhofer wusste zudem von einer unglücklichen Niederlage des Tabellennachbarn zu berichten. Viermal trafen die Linzer nur Metall, die Gäste aus der Steiermark erzielten dann in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer. Ob dieses Spielverlaufs ging LASK-Coach Valerien Ismael deshalb milde mit seinem Team ins Gericht. Nach einer Analyse meinte der Franzose zwei Tage später: "Wir haben viele Anhaltspunkte definiert, die wir im Spiel gegen den WAC unbedingt verbessern wollen. Wir möchten mit noch mehr Überzeugung in diese Begegnung reingehen, gerade was den Abschluss betrifft."

Verstärkung ist zudem in der etwas unsicher wirkenden Abwehr in Sicht. Kapitän Gernot Trauner hat seine Sperre abgesessen und darf damit die Kreise von WAC-Goalgetter Weissman stören. Als dessen Sturmpartner hat sich nach seiner starken Vorstellung als Wechselspieler Cheikhou Dieng aufgedrängt. Prinzipiell, so Ismael, verfügen die Wolfsberger "über eine individuelle Stärke in ihren Reihen". Der LASK hätte aber schon gezeigt, dass man im Lavanttal bestehen könne - zuletzt gewannen die Athletiker dort souverän mit 3:1. Der WAC hatte dafür Ende August mit einem 1:0 aus Pasching alle drei Zähler entführt. Das Thema Heimvorteil ist in Corona-Zeiten jedoch ein quasi nicht-existentes. "Der Heimvorteil fällt weg", meinte Feldhofer. Auch die Kenntnis des heimischen Spielfelds sei irrelevant: "Ob wir jetzt den einen Quadratmeter besser kennen, wird den Unterschied nicht ausmachen." Am Mittwoch hat der WAC erneut zu Hause Hartberg zu Gast, der LASK spielt dann in Pasching gegen Rapid.

Rapid und Sturm unter Druck

Der Rekordmeister sowie sein sonntäglicher Gast Sturm Graz (19.30 Uhr/Sky) stehen indes schon gehörig unter Druck, nur ja nicht den Anschluss in der Meistergruppe zu verpassen. Rapid muss sich nicht nur vom 0:2 gegen Salzburg erholen (und den dadurch entstandenen Sieben-Punkte-Rückstand), sondern auch ein Trio verletzungsbedingt vorgeben. Nach Christopher Dibon (Kreuzbandriss) drohen nun auch dessen Innenverteidigungs-Kollege Mario Sonnleitner (Oberschenkel) sowie Mittelfeldmann Thomas Murg (Knie) länger auszufallen. "Das ist aber immer noch eine sehr gute Truppe, ich glaube an die Spieler, die wir haben", bekräftigte Trainer Dietmar Kühbauer am Freitag. Bei Schlusslicht Sturm hofft man, den Rückstand auf Rapid auf einen Punkt verringern zu können - mit einem vollen Erfolg: "Nur ein Sieg hilft uns richtig weiter, und wir fahren hin, um zu gewinnen", betonte Trainer Nestor El Maestro.(apa/may)