Das Bild sollte wohl Zuversicht ausstrahlen, und die haben sie bei der Admira derzeit auch bitter nötig. Denn hinter den Kulissen ist seit Felix Magaths vielbeachteter Ankunft als "Head of Flyeralarm Global Soccer" vor genau vier Monaten sowie der unmittelbar darauffolgenden Bestellung des Magath-Vertrauten Zvonimir Soldo als Trainer Ernüchterung eingekehrt. Und doch standen sie nun da, lächelnd, in Daumen-hoch-Posen und den Corona-konformen Mindestabstand wahrend: Klub-Eigner Gerhard Bügler, Geschäftsführer Thomas Drabek, Felix Magath und: Ernst Baumeister. Er wurde am Montag in der Früh als neuer Sportdirektor des österreichischen Bundesligisten vorgestellt. Ein neuer Baumeister für den Erfolg, quasi. Denn den können sie mindestens so sehr brauchen wie demonstrative Zuversicht.

0:1 gegen die Austria, 0:2 gegen Mattersburg, letzter Platz in der Qualifikationsgruppe - so lautet die bisherige Bilanz der Niederösterreicher nach der Wiederaufnahme der Meisterschaft. Vor dem Gastspiel in St. Pölten am Dienstag (18.30 Uhr) liegt die Admira einen Platz hinter Tirol und ist damit, massiv abstiegsgefährdet. Doch Baumeister soll nicht nur mithelfen, dass wieder Punkte eingefahren werden - die kurzfristigen Möglichkeiten eines Sportdirektors sind diesbezüglich ohnehin begrenzt -, er kennt den Verein auch in- und auswendig. Für den 63-Jährigen ist es nach 1987 (als Spieler), 2005 (als Trainer) und 2015 (als Trainer und Sportdirektor) sein viertes Engagement in die Südstadt. "Ich habe keine Sekunde gezögert, als ich das Angebot der Admira erhalten habe. Jeder weiß, wie viel mir die Admira bedeutet", wurde er in einer Aussendung zitiert. "Wir haben eine Herkulesaufgabe vor uns. Es gilt keine Zeit zu verlieren, wir müssen sofort anpacken. Es müssen jetzt Taten folgen", so Baumeister. Ziel sei "einzig und allein der Klassenerhalt", betonte er.

Während der Kampf darum in der Qualifikationsgruppe noch Spannung beinhaltet, scheint jener um die Meisterschaft eine Etage höher indessen so gut wie entschieden. Salzburg, das am Wochenende Hartberg mit 6:0 deklassierte, braust dem Titel entgegen. Vor den nächsten Spielen am Mittwoch beträgt der Vorsprung auf die Verfolger WAC und Rapid schon sieben Punkte. Hier demonstriert man die Zuversicht anders: mit Toren.(art)