Bayern München kann am Dienstagabend (20.30 Uhr/live Sky) mit einem Sieg beim Abstiegskandidaten Werder Bremen den achten Titel en suite in der deutschen Fußball-Bundesliga perfekt machen. Ein Unentschieden würde ÖFB-Star David Alaba und Co. zur Meisterwürde nach 32 Runden nur dann reichen, wenn Borussia Dortmund am Mittwochabend (20.30 Uhr/Sky) gegen Mainz ebenfalls unentschieden spielt. Aber sein erstes Meisterstück als Trainer will Hansi Flick auf keinen Fall auf der heimischen Couch bejubeln müssen. "Wir wollen das Ding nach Hause fahren", betonte der deutsche Nationalspieler Leon Goretzka, der beim 2:1-Arbeitssieg zuletzt gegen Mönchengladbach der späte Matchwinner war, vor der brisanten Prüfung beim Abstiegskandidaten.

Weniger stimmungsvoll als üblich wird die 30. deutsche Meisterschaft der Münchner in dieser komplizierten Corona-Saison allemal sein. Als Geister-Meister soll aber wenigstens auf dem Rasen und nach einem eigenen Sieg gefeiert werden. Und nicht wie vor fünf Jahren in den eigenen Villen und Luxus-Wohnungen: Damals gewannen die Bayern 1:0 gegen Hertha BSC. Und einen Tag später gab es nach dem Wolfsburger 0:1 in Gladbach dann den Vollzug ohne jeglichen Glamour beim TV-Abend. "Wir wollen die Meisterschaft so schnell wie möglich eintüten", bekräftigte Joshua Kimmich.

Flick freut sich, dass die zuletzt gelb-gesperrten Routiniers Thomas Müller und Robert Lewandowski wieder spielen können. "Das sind Spieler, die eine sehr gute Quote habe. Ich glaube, beiden hat die Pause gut getan", meinte der Trainer. Nach der Verschnaufpause sollen der Top-Vorlagengeber Müller (20) und der Top-Torschütze Lewandowski (30) die 92-Tore-Marke der Münchner auf dem Weg zum Bundesliga-Torrekord hochschrauben. Über 40 Jahre ist der Bestwert von 101 Saisontreffern inzwischen alt. "Ziel ist es, dass wir auch das Spiel in Bremen gewinnen", sagte Flick. Der Weltmeister-Assistent von Joachim Löw steht vor seinem ersten Titel als Cheftrainer, vier Meisterschaften bejubelte er als Bayern-Profi. "In meinem ersten Jahr habe ich nicht allzu viele Spiele gehabt. Man freut sich schon wahnsinnig, dass man die erste deutsche Meisterschaft geholt hat", sagte er dieser Tage über die damaligen Zeiten. "Aber wenn man richtig dabei ist und mehr gespielt hat, ist das ein bisschen was anderes. Die nächsten Meisterschaften sind eine Sache, die man nicht so schnell vergisst."

Doch nicht nur ganz oben, sondern auch ganz unten könnte am Dienstagabend alles klar sein: Sollte der SC Paderborn, der ohnehin nur noch theoretische Chancen auf die Rettung hat, beim 1. FC Union Berlin nicht gewinnen, dann wäre der Abstieg des Tabellenletzten bereits Realität. (apa/dpa)