Wer hätte sich das vor wenigen Wochen noch vorstellen können? Während der einst Führende LASK in der Meistergruppe vom Titel weit entfernt ist und sogar um einen Europacup-Platz bangen muss, hat sich ausgerechnet der SK Rapid nach drei Siegen en suite zum neuen Verfolger von Serienmeister Salzburg aufgeschwungen. Und auch wenn die Truppe von Coach Didi Kühbauer den Tabellenführer in dieser Saison nicht mehr einholen wird können, so kann sich das potenzielle Ergebnis - ein zweiter Rang samt Champions-League-Anwartschaft - gemessen an der ursprünglich ja tristen Ausgangssituation durchaus sehen lassen.

Immerhin ist der jüngste, von der Saison 2015/16 herrührende Vizemeistertitel schon wieder vier Jahre her, ja zwischenzeitlich war man sogar in die Qualifikationsgruppe abgerutscht. Umso größer war daher - trotz Abseitstor-Debatte - auch die Freude über den jüngsten Sieg über den WAC am Wochenende. "Das war ein wichtiger Sieg, da braucht man nicht zu diskutieren", sagte Kühbauer. Von einer Vorentscheidung im Kampf um den zweiten Platz wollte er aber nichts wissen. "Es wäre fatal, wenn wir glauben, dass die sechs Punkte Vorsprung reichen werden, damit wir vorne bleiben", betonte der Burgenländer. "Die Spiele werden weniger, aber trotzdem gibt es noch Punkte zu holen." Und geht es nach Kühbauer, so sollen in der kommenden Auswärtspartie gegen Hartberg am Mittwoch (18.30 Uhr) die nächsten drei Zähler her. Sechs Runden vor Schluss beträgt der Vorsprung der zunächst in der Oststeiermark antretenden Hütteldorfer auf den Dritten WAC, der es zweimal mit Salzburg zu tun bekommt, sechs Punkte. Auf den Fünften Hartberg beträgt der Polster neun Zähler. Kühbauer warnte aber davor, das Kräftemessen mit dem vermeintlichen Underdog auf die leichte Schulter zu nehmen. "Gegen Hartberg waren es zuletzt immer sehr enge Spiele. Sie haben wenig zu verlieren und spielen wirklich sehr guten Fußball, sie sind sicher die positive Überraschung in der laufenden Bundesliga-Saison", sagte der Burgenländer.

Tatsächlich brachten Spiele der Rapidler gegen Hartberg zuletzt zwar viele Tore, aber nur wenige Erfolgserlebnisse für Grün-Weiß. In bisher sechs Liga-Duellen fielen 30 Treffer, für Rapid reichte es dabei nur zu einem Sieg, und der gelang auswärts am 23. April des Vorjahres (4:2). Die bisherigen Saisonduelle endeten 3:3 und 2:2, wobei Rapid jeweils in der Nachspielzeit der Ausgleich glückte. "Wir haben uns jedes Mal schwergetan, weil sie gegen uns anscheinend immer eine Extra-Motivation hatten", sagte Kühbauer.

Salzburg noch makellos

Den Wolfsbergern wiederum steht eine schwierige Woche bevor. Das Team aus Kärnten trifft am Mittwoch (18.30 Uhr) zu Hause und am Sonntag (17 Uhr) auswärts auf Serienmeister Salzburg. Die Salzburger haben ihre vergangenen sieben Pflichtspiele gewonnen und sind nach der Corona-Pause noch makellos. Mittelfristig hat der Serienmeister in Wolfsberg den nächsten Schritt in Richtung siebenten Meistertitel in Folge im Visier. Der Vorsprung auf den ersten und wohl einzigen verbliebenen Verfolger Rapid beträgt sechs Runden vor Schluss satte sieben Punkte. "Jedes dieser Spiele wird noch ein beinharter Kampf, weil jeder uns schlagen will, selbst um wichtige Punkte spielt", erklärte Salzburg-Trainer Jesse Marsch.

Mit Spannung erwartet wird auch die Partie LASK-Sturm Graz (20.30 Uhr/ORF1). Für die beiden Mannschaften geht es darum, auf
die Spitze aufzuschließen - und natürlich um einen Europacup-Startplatz.(rel/apa)