Die Coronavirus-Pandemie hat zwar für eine Absage der (eigentlich derzeit angesetzten) Fußball-EM gesorgt - die diesjährige Champions-League-Saison soll aber regulär über die Bühne gebracht werden. Das Uefa-Exekutivkomitee einigte sich am Mittwoch auf ein Projekt, das wohl einzigartig in der Historie des Europacups ist (und auch bleiben soll), für Fußballfreunde aber mitten im Hochsommer ein spannendes Sport-Spektakel bieten dürfte. Denn die Königsklasse soll statt dem Viertelfinale in einem Finalturnier mit den besten acht Teams im Benfica-Stadion zu Lissabon über die Bühne gehen - von 12. bis 23. August (Finale). Ein Spiel entscheidet dabei über den Aufstieg - und möglicherweise darf auch mit den Fans gejubelt werden. Denn: Ob Zuschauer bei diesen Spielen zugelassen werden, wird laut Uefa-Präsident Alexander Ceferin kurzfristig im Juli entschieden.

Die noch offenen vier Achtelfinal-Rückspiele - unter anderem jenes der Bayern gegen Chelsea - sollen unmittelbar davor (7./8. August) in den jeweiligen Heimstadien stattfinden; ist dies aufgrund der nationalen Corona-Beschränkungen nicht möglich, stünden Porto und Guimarães als neutrale Schauplätze zur Verfügung.

LASK-Rückspiel gegen Manchester Anfang August

Dasselbe Finalkonzept kommt in der ebenfalls unterbrochenen Europa League zur Anwendung: Das Final-Eight ist von 10. bis 21. August in Deutschland angesetzt - mit den Spielorten Köln (Finale), Duisburg, Düsseldorf und Gelsenkirchen. Interessant wird es davor für den LASK: Der Achtelfinalist und letzte heimische Europacup-Vertreter kann sein Rückspiel nach dem Heim-0:5 gegen Manchester United am 5. oder 6. August nachtragen - entweder in Old Trafford oder in Deutschland. Die Partien Inter vs. Getafe und Sevilla vs. AS Roma, wo noch kein Hinspiel steigen konnte, sollen in einem Match entschieden werden.

Weiters wurde am Mittwoch von der Uefa beschlossen:

Die neue Europacup-Saison 2020/21 beginnt kurioserweise schon bevor die alte endet: Denn die ersten Spiele in der Champions-League-Qualifikation sind für 8. August angesetzt - jene in der Europa League für 20. August. Damit sich der um mehr als einen Monat nach hinten verschobene Kalender überhaupt ausgeht, werden alle Qualifikationspartien mit Ausnahme der letzten Play-off-Runde in nur einem Spiel entschieden. Die Gruppenphase soll dann am 20. (Champions) beziehungsweise 22. Oktober 2020 (Europa League) beginnen.

Während die ursprünglich geplanten Finalschauplätze Istanbul und Gdansk insofern entschädigt werden, als sie 2021 zum Zug kommen sollen, schaut Wien (mit der Generali-Arena) als vorgesehener Gastgeber des Frauen-Finales in der Champions League komplett durch die Finger. Das heurige Endspiel-Turnier steigt in Bilbao und San Sebastian, nächstes Jahr bleibt aber Göteborg im Kalender. Laut ÖFB bedauert man die Absage, aber man habe ein derartiges Mini-Turnier organisatorisch nicht stemmen können. Aber frühestens für das Finale 2024 könne man sich wieder bewerben.

Nichts ändert sich indes bei der um ein ganzes Jahr nach hinten verlegten Euro: Alle zwölf Spielorte wurden auch für 2021 bestätigt, der Spielplan bleibt gleich, Tickets behalten ihre Gültigkeit.

ÖFB-Team startet am 4.September

Auch für die seit November 2019 pausierenden Nationalmannschaften gibt es im dichten Terminkalender genügend Platz: Im Oktober und November soll es statt Doppel- gleich Triple-Spieltage geben, an denen Nations-League-Matches sowie Freundschaftsspiele steigen können. Österreichs erster Auftritt am 4. September in Norwegen (Nations League B1) ist demnach bestätigt.

Vorrang haben aber laut Uefa die offenen K.o.-Partien um die ausstehenden vier EM-Plätze: Die letzten Euro-Starter sollen an den Spieltagen ab 8. Oktober respektive 12. November ermittelt werden.