Nachdem die Uefa am Mittwoch in Nyon beschlossen hatte, Zeitraum und Spielorte der auf 2021 verschobenen Fußball-EM nicht abzuändern, hat der Verband nun Details mit Blick auf die Qualifikation und Gruppeneinteilung für die rund eineinhalb Jahre später startende Weltmeisterschaft im arabischen Emirat Katar nachgereicht. Demnach wird die europäische Qualifikation zur WM bereits im März 2021 mit zehn Gruppen beginnen. Gespielt wird in fünf Gruppen mit je fünf Nationen sowie fünf mit je sechs Teilnehmern bis November 2021. Die zehn Gruppensieger sind direkt für die Endrunde vom 21. November bis zum 18. Dezember 2022 qualifiziert. Die zehn Gruppenzweiten sowie zwei noch nicht qualifizierte Gruppensieger aus der Nations League spielen in Play-offs im März 2022 die weiteren drei europäischen Teilnehmer aus. Die noch ausständige Bestätigung des Weltverbands Fifa gilt als Formalakt. Die Auslosung, deren Termin noch offen ist, erfolgt aus sechs Töpfen, eingeteilt nach der Fifa-Weltrangliste.

Aber auch für die europäischen Klubs gab es am Donnerstag gute Nachrichten. So empfahl die Uefa, den Transfer-Zeitraum in diesem Sommer bis 5. Oktober zu verlängern. Eine entsprechende Aufforderung sei den Nationalverbänden zugegangen. Bis zum 6. Oktober müssen die Vereine in der Champions League und Europa League ihre Spieler für die Saison 2021/22 registrieren. Darüber hinaus will der Verband den Klubs aufgrund der Coronavirus-Pandemie eine gewisse Flexibilität bei der Erfüllung der Finanzvorschriften (Financial Fair Play) gewähren. So wird etwa die Bewertung der sogenannten Break-even-Vorschrift, laut der die Vereine nicht mehr ausgeben dürfen als sie einnehmen, wird für das Finanzjahr 2020 um eine Saison verschoben.

Zudem werden die Finanzjahre 2020 und 2021 zusammengelegt. Die Maßnahmen haben demnach das Ziel, "die negativen Auswirkungen der Pandemie zu neutralisieren, indem die Klubs die Möglichkeit erhalten, die Break-even-Berechnung im Fall von Einnahmeausfällen (. . .) anzupassen und gleichzeitig das System vor potenziellem Missbrauch zu schützen". Für die Jahre 2020 und 2021 werde daher ein Durchschnittswert der kombinierten Defizite herangezogen, auch seien "weitere spezifische Anpassungen im Zusammenhang mit Covid-19 erlaubt".

Acht Spiele für Nationalteam

Zufrieden mit den jüngsten Entscheidungen der Uefa zeigte sich am Donnerstag indessen der ÖFB, wo der am Mittwoch veröffentlichte Herbst-Spielplan mit Erleichterung aufgenommen wurde. Acht Fußball-Länderspiele innerhalb von zweieinhalb Monaten bedeuten für den Verband wichtige Einnahmen, selbst wenn wegen der anhaltenden Pandemie keine Zuschauer zugelassen sein sollten, und für ÖFB-Teamchef Franco Foda zahlreiche sportliche Herausforderungen. "Es ist wichtig für uns, dass Klarheit herrscht, wie es weitergeht, und dass wir dementsprechend planen können", erklärte Foda. In den kommenden Wochen bastelt der Deutsche mit seinen Trainerkollegen und Sportboss Peter Schöttel am Terminkalender, der im September, Oktober und November jeweils zwei Nations-League-Partien vorsieht. Bisher war ein Auswärtsspiel gegen Norwegen am 4. September und drei Tage später ein Heimspiel gegen Rumänien vorgesehen. Weiterer Gegner in Gruppe 1 von Liga B ist Nordirland.

Offen sind noch die Kontrahenten für die zwei Testmatches im Oktober und November. Die Wahl könnte auf Wales, die Türkei, England oder Tschechien fallen - gegen diese vier Mannschaften wäre man im Frühjahr angetreten. "Es gibt da keine Tendenzen oder Prioritäten, auch nicht, ob wir diese Spiele daheim oder auswärts austragen. Wir werden das in Ruhe intern besprechen", meinte Foda.

Dafür wünscht sich Foda gleich eine andere Änderung. "Es wäre wichtig, dass auch bei Bewerbsspielen von Nationalteams fünf Wechsel erlaubt wären, auch über dieses Jahr hinaus", erklärte der Deutsche.(apa/rel)