Salzburg-Trainer Jesse Marsch hat vor dem Bundesliga-Spiel gegen den WAC am Sonntag (17 Uhr) mit einer überraschenden Aussage aufhorchen lassen: Seiner Meinung nach sei Andreas Ulmer, der Kapitän seiner Mannschaft, "der beste Spieler in der Geschichte Österreichs". Marsch argumentierte seine Aussage mit der Anzahl der Titelgewinne. "Kein Mann hat so viele Titel wie Andi", sagte Marsch. "Andere haben vielleicht mehr Talent, aber er ist ein Sieger." Ulmer wurde mit den Salzburgern bisher neunmal Meister und siebenmal Cupsieger.

Und bald schon könnte ein weiterer Titel hinzukommen: Denn vor dem Treffen mit den Kärntnern liegt Titelverteidiger Salzburg fünf Punkte vor Rapid; der Lask, vor dem Punkteabzug wegen Verstößen gegen die Coronavirus-Maßnahmen und dem durchwachsenen Neustart der Liga Tabellenerster, liegt im Meisterrennen schon aussichtslos zwölf Zähler zurück.

Die Salzburger Vormachtstellung liegt laut Marsch eben nicht nur an den Legionären und den im eigenen Nachwuchs aufgebauten Jungstars, sondern auch an Spielern wie Ulmer. Aus dem aktuellen Salzburg-Team ist der 34-Jährige jedenfalls nicht wegzudenken. Marsch lobte vor allem Ulmers Arbeitseinstellung. Dieser sei immer der Erste im Trainingszentrum in Taxham. "Es ist immer ein Wettbewerb zwischen Andi und mir - und ich habe zu oft verloren", scherzte der Coach. Ulmer bereite sich auf jede Einheit enorm gewissenhaft vor und sei sehr fit. Gegen den WAC absolviert der Linksverteidiger sein 300. Bundesliga-Spiel für Salzburg. "Er ist 34 Jahre alt und kann spielen, bis er 40 ist. Das ist kein Witz", betonte Marsch. "Er ist ein absolutes Vorbild für uns alle", ergänzte Verteidiger-Kollege Albert Vallci.

Gipfeltreffen am Mittwoch

Mit dem ersten Verfolger Rapid will man sich in Salzburg erst beim direkten Aufeinandertreffen am kommenden Mittwoch beschäftigen. Und auch bei den Grün-Weißen denkt man vorerst nur an das Sonntagsspiel gegen Hartberg, in dem man den fünften Sieg in der Bundesliga hintereinander feiern will. Und auch Erzrivale Austria ist nach dem jüngsten Sieg gegen WSG Tirol am Samstag auf den nächsten Erfolg gegen die Innsbrucker aus - wenn auch nur in der Qualifikationsgruppe.(apa/red)