Die Tipico-Bundesliga steuert auf ein spannendes Finale zu: Während Serienmeister Salzburg schwächelt und auch am Sonntag zu Hause gegen den WAC Punkte ließ, patzte Verfolger Rapid in Hütteldorf gegen Hartberg und braucht für etwaige Titelträume nun zwingend einen Sieg beim Gipfeltreffen mit den Salzburgern am Mittwoch. Im Windschatten der Grün-Weißen pirscht sich aber auch der LASK noch einmal heran und könnte bei einem Erfolg am grünen Tisch (und Refundierung aller sechs abgezogenen Punkte) eventuell sogar noch in die Titelentscheidung eingreifen - vorausgesetzt, die restlichen vier Partien werden so wie zuletzt beide Duelle mit Sturm Graz gewonnen. Während es für die am Tabellenende festhockenden Grazer wohl nur noch um ein versöhnliches Saisonende geht, ist sowohl für die Wolfs- als auch die Hartberger punkto Europa-League-Startplatz noch alles drin.

Zunächst aber blickt alles Richtung Protestkomitee der Bundesliga, das noch vor den Mittwochpartien der Meistergruppe über den Rekurs des LASK punkto Corona-Mannschaftstraining entscheiden soll. Danach wird man wohl etwas klarer sehen können, ob sich der Grunddurchgangssieger noch einmal nach oben orientieren und zumindest wie im Vorjahr die Vizemeisterkrone anvisieren kann. Nach dem verpatzten Re-Start konnte Coach Valerien Ismael mit den sechs Punkten gegen Sturm jedenfalls auf "eine perfekte Woche" zurückblicken. Am Mittwoch geht es gleich weiter nach Hartberg, wo die beste Auswärtself der Liga gegen die in der Meistergruppe daheim punktelosen Obersteirer wieder voll zuschlagen will. "Ich bin positiv gestimmt, durch die Siege gibt es auch wieder Lockerheit", so Ismael. Allerdings war die Darbietung seiner Mannschaft gegen zahlenmäßig dezimierte Grazer nicht berauschend - Tempo in der Offensive und Konsequenz vor dem Tor fehlten völlig; der breite, Europacup-gestählte Kader könnte den Linzern im kräfteraubenden Finish der englischen Wochen aber noch Vorteile bringen.

Diametral anders die Lage in Hütteldorf, wo der Kader nach zahlreichen Ausfällen bereits auf dem Zahnfleisch daherkommt. Und das just vor dem Heimduell mit Salzburg. Offenbar wurde das am Sonntag beim 0:1 gegen Hartberg, als die zuvor vierfach siegreiche Minimalistentruppe dem Gegentreffer nichts Zwingendes mehr entgegensetzen konnte. Trainer Didi Kühbauer hat damit den Titel endgültig abgeschrieben: "Ich glaube, Salzburg hat einfach zu viel Qualität, und da rede ich nicht gegen meine Mannschaft, obwohl ich schon sagen muss, dass es mit den vielen Verletzten sehr schwierig ist."

Beim Serienmeister läuft es indes auch nicht mehr ganz so rund wie zu Beginn des Neustarts: Seit der zweiten Hälfte gegen den LASK, in der man sich beinahe den Ausgleich gefangen hätte (Endstand 3:1), ist etwas Sand im Getriebe der Elf von Jesse Marsch - nach der Nullnummer beim WAC wurde beim 2:2 im Rückspiel sogar ein 2:0-Vorsprung verschenkt. Dennoch ließ der US-Amerikaner Milde walten: "Wir haben Punkte verloren, sind aber nach wie vor in einer super Situation. Wir richten den Fokus nach vorne und die volle Konzentration auf den Mittwoch. Jetzt kommt es zu diesem Super-Spiel. Das wird ein richtiger Kampf", sagte Marsch. Gelingt im Allianz-Stadion wieder ein voller Erfolg, ist den Salzburgern der Meisterteller nur noch theoretisch zu nehmen - zumal auch das Torverhältnis klar für die Bullen-Truppe spricht.

Auch die Kärntner blicken dem Saisonfinish optimistisch entgegen: "Diese beiden Punkte werden noch sehr wichtig sein für die letzten Spiele", meinte WAC-Trainer Ferdinand Feldhofer. Platz vier ist das Minimalziel, um ohne Liga-Play-off Europacup spielen zu können: "Wir haben jetzt wenig Zeit, um glücklich zu sein. Wir haben jetzt vier Endspiele um Europa. Uns ist bewusst, dass wir da Siege einfahren müssen", so Feldhofer.

Austria vor wichtigem Schritt

Dieses Play-off ist indes das große Ziel der Wiener Austria, die am Dienstag (18.30 Uhr) bei der Admira endgültig die Qualifikation dafür schaffen könnte. Der Spitzenreiter der Qualifikationsgruppe benötigt dafür den vierten Auswärtssieg en suite. Für die Südstädter geht es freilich um nichts weniger als den Klassenerhalt - so auch im direkten Duell des Abends zwischen St. Pölten (4.) und WSG Tirol (6.).