Für Red Bull Salzburg bietet sich am Mittwoch (20.30 Uhr/ORF 1 und Sky) die erste Gelegenheit, die letzten Zweifel am neuerlichen Gewinn des Meistertitels zu beseitigen. Bei einem Auswärtssieg gegen Rapid und einem Punkteverlust des LASK zwei Stunden zuvor in Hartberg wäre die Bullen-Truppe drei Runden vor Schluss quasi Champion.

Die zweitplatzierten Hütteldorfer hätten in diesem Fall 9 Punkte Rückstand und das um rund 40 Treffer schlechtere Torverhältnis. Auch der LASK wäre dann selbst theoretisch keine Gefahr mehr - außer, die Linzer bekommen vom Ständigen Neutralen Schiedsgericht noch einmal Punkte retour. Diese Entscheidung wird es aber definitiv erst nach Saisonende geben. Am Montagabend hatte die zweite Instanz, das Protestkomitee, die Strafe gegen die Linzer wegen vorgezogenem Mannschaftstraining von sechs auf vier Zähler Abzug reduziert, die Geldstrafe zugleich bei 75.000 Euro belassen.

Selbst wenn es noch einige Unwägbarkeiten gibt, so ist klar, dass Salzburgs siebenter Meistertitel in Folge mit einem Erfolg im Allianz-Stadion unter Dach und Fach wäre. Trainer Jesse Marsch zeigte sich dennoch vorsichtig. "Uns ist bewusst, dass das Spiel von besonderer Bedeutung ist und wir einen wichtigen Schritt in Richtung Meistertitel machen können. Aber es wird, wie schon über die gesamte Saison, sicherlich wieder ein sehr enges Match mit vielen Zweikämpfen, mit sehr viel Intensität. Darauf müssen wir vorbereitet sein und dagegenhalten", meinte der US-Amerikaner in einer Klub-Aussendung.

Die Patzer beim 2:2 am Sonntag - nach 2:0-Führung - gegen den WAC seien aufgearbeitet worden, betonte Marsch. "Wir hatten viele Situationen, die wir nicht sauber genug zu Ende gespielt haben. Damit hätten wir uns den Sieg schon längst sichern können. Die Folge waren dann einfache Fehler bei den beiden Gegentoren. Darüber haben wir mit der Mannschaft gesprochen, das gilt es, bei Rapid besser zu machen. Wir gehen mit guter, positiver Stimmung in dieses Match."

Das trifft auch auf Maximilian Wöber zu, der an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt. "Auch wenn es ein besonderes Match für mich ist, bin ich einzig und allein darauf konzentriert, am Mittwoch alles für unseren Sieg zu tun. Andere Dinge blende ich aus. Aber natürlich ist uns allen klar, dass dieses Spiel große Bedeutung für den weiteren Verlauf der Meisterschaft haben kann." Der Wechsel des bei Rapid groß gewordenen Wöber zu Salzburg hatte heftige und teilweise weit unter der Gürtellinie angesiedelte Kritik von grün-weißen Fans nach sich gezogen - diesmal bleiben ihm vor leeren Rängen wenigstens neuerliche Attacken erspart.

Die Grün-Weißen indes wollen vorzeitige Meisterfeiern des Rivalen tunlichst unterbinden: "Wir wollen versuchen, dass wir es um drei Tage verschieben", meinte Rapid-Trainer Didi Kühbauer. Die Statistik lässt die Hütteldorfer aber nicht wirklich auf ein Erfolgserlebnis hoffen: In den jüngsten 19 Pflichtspiel-Duellen gelang nur ein einziger Sieg, die vergangenen fünf Bewerbspartien gegen Salzburg wurden allesamt verloren. Dazu kommt eine zumindest neun Spieler umfassende Ausfallsliste. Dafür sollten Taxiarchis Fountas und Kelvin Arase für das Spitzenduell wieder einsatzbereit sein, auch wenn Kühbauer betonte, dass die beiden Offensivakteure nur dann aufgestellt werden, wenn sie bei 100 Prozent sind. Für ihn gelte es vor allem, hellwach in die Partie zu gehen: "Wir müssen vorsichtig sein, dass wir nicht gleich am Anfang in irgendetwas reinlaufen."

Austria im Play-off

Eine andere Entscheidung ist indessen schon in den Dienstagsspielen der Qualifikationsgruppe gefallen: Die Austria fixierte mit dem nächsten Sieg - einem 2:0 bei der Admira - den nächsten Sieg und damit das Ticket für die Play-off-Spiele um einen Europacupplatz. Hoffen darf auch noch Altach nach einem 1:1 gegen Mattersburg. Die Burgenländer kämpfen indessen ebenso wie St. Pölten, die WSG Tirol und die Admira gegen den Abstieg.

Schon am kommenden Samstag könnte eine weitere Entscheidung fallen: Sollte Mattersburg im eigenen Stadion die Admira schlagen, dann wären auch die Burgenländer alle Abstiegssorgen vorzeitig los. (may/red/apa)