Im ersten Spiel von Thomas Hösele als Cheftrainer trifft Sturm Graz am Sonntag auf Rapid. Beide Teams haben Niederlagen zu verdauen, Sturm steckt nach dem Abgang von Nestor El Maestro noch dazu am Beginn eines Umbruchs. Bei der Suche nach dem neuen Trainer werde man nichts überstürzen, sagte Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker. "Er muss deutschsprachig sein", verriet er einzig.

Normalerweise wäre Sturm gegen Rapid ein Schlager vor ausverkauftem Haus. Doch am Sonntag wird das definitiv nicht der Fall, wie Sturms scheidender Pressesprecher Alexander Fasching am Freitag in der Merkur-Arena feststellte. Es war die erste Pressekonferenz seit dem Wiederbeginn der Meisterschaft, die nicht virtuell abgewickelt wurde. Und die erste, bei der nicht einer der El-Maestro-Brüder die Hauptrolle auf dem Podium innehatte.

Stattdessen musste der etatmäßige Amateure-Trainer Hösele erklären, wie er seine auf vorerst drei Spiele begrenzte Mission auf der Kommandobrücke anlegen wolle. "Wenn mir gestern um dieselbe Zeit wer gesagt hätte, dass ich heute da sitze, hätte ich es nicht wirklich geglaubt", sagte der 51-Jährige. Der Donnerstagabend, als die Trennung von El Maestro ausgesprochen war, sei mit Besprechungen, Trainingsvorbereitung und Video-Analysen stressiger verlaufen als erwartet. Am Freitagvormittag trainierte Hösele erstmals mit der Kampfmannschaft. "Die Jungs machen einen tollen Eindruck", gab er zu Protokoll. "Jetzt gilt es, alles zu unternehmen, damit wir die drei Spiele möglichst erfolgreich gestalten." Ein Trainerwechsel könne immer etwas bewirken, weil auf einmal eine andere Ansprache da sei. "Es kann dazu führen, dass kleinere Knoten platzen - womöglich auch größere", meinte Hösele. Nach 29 Runden liegt Sturm auf dem sechsten Platz in der Meistergruppe, die Differenz zu Platz fünf (Europacup-Play-off-Platz) und den Hartbergern beträgt vier Punkte.

Schicker erklärte dazu: "Wir wollten mit Thomas Hösele und David Tauschmann in den restlichen drei Spielen einen Impuls setzen. Auch in der Hoffnung, dass wir möglicherweise (mit dem Europacup-Play-off/Anm.) noch fünf Spiele machen werden. Am wichtigen ist es aber, die Mannschaft mental aufzurichten und in den letzten Runden guten Fußball zu zeigen."

Dem Kader für die übrige Saison gehört Lukas Spendlhofer nicht mehr an. Der Abwehrspieler werde "aus sportlichen Gründen nicht mehr für Sturm spielen", kündigte Schicker an. Einen speziellen Auslöser gebe es nicht, schon bei seinen letzten Einsätzen hätten die Leistungen einfach nicht gepasst.

Rapid könnte bei einem Sieg und einer Niederlage des WAC beim LASK mindestens Rang drei - und damit die Europa-League-Gruppenphase - fixieren.