Red Bull Salzburg bleibt im österreichischen Fußball das Maß aller Dinge. Am Sonntag fixierte die Bullen-Truppe mit dem 3:0-Heimsieg gegen den TSV Hartberg den siebenten Meistertitel in Folge und damit gleichzeitig das zweite Double en suite, 13 der jüngsten 14 vergebenen Trophäen gingen damit an die Salzburger. In den vergangenen sieben Saisonen wurde nur der Cupsieg anno 2018 verpasst. Mit insgesamt 14 Meisterschaften seit der Gründung der Bundesliga 1974 liegen die Salzburger damit nun ex aequo mit der Austria an der Spitze.

Dem Anspruch nationaler Dominanz wurden die Salzburger trotz Schwierigkeiten zwischen Winter- und Corona-Pause gerecht, jetzt richtet sich der Blick schon wieder gen Europa. Am 22./23. und 29./30. September warten die Play-offs um die Teilnahme an der Champions League, bei der man wie im Vorjahr - als man fix qualifiziert war - dabei sein will. Vom Königsklassen-Trauma und dem mehrmaligen Scheitern davor will die aktuelle Generation nichts mehr wissen: "Mit der erstmaligen Teilnahme hat man dieses Horrorkapitel geschlossen. Mit den Erinnerungen an letztes Jahr im Hinterkopf wird die Motivation noch größer sein, die Champions League wieder nach Salzburg zu holen", erklärte Maximilian Wöber.

Auch Trainer Jesse Marsch hofft wieder auf Kräftemessen mit den größten Klubs des Kontinents. "Jetzt wollen wir die restliche Saison gut zu Ende spielen, dann den Urlaub genießen und in die Champions League kommen. Mein Ziel hier ist, immer eine Champions-League-Mannschaft zu haben. Wir wollen das nächste Ajax Amsterdam werden", sagte der neunte Meistertrainer in der Red-Bull-Ära.

Der 46-jährige US-Amerikaner will auch noch länger an der Salzach werken - zumindest kommende Saison: "Ich bleibe sicher hier. Meine Beziehung mit allen hier ist etwas Besonderes. Ich bekomme extrem viel Vertrauen." Allerdings dürfte der Coach wie schon im Winter, als Erling Haaland und Takumi Minamino verkauft wurden, auch im Sommer neuerlich den einen oder anderen Schlüsselspieler verlieren. Dominik Szoboszlai hat laut internationalen Medienberichten das Interesse von Arsenal und italienischen Großklubs auf sich gezogen, für Hwang Hee-chan gibt es nach den Angaben von Sportchef Christoph Freund Anfragen von RB Leipzig und aus der englischen Premier League.

Gerangel um Rang 2 und 3

Während die Salzburger Europacup-Pläne also schon unter Dach und Fach sind, herrscht auf den Plätzen dahinter enormes Gedränge: Rapid hat am Sonntag nach harten Kampf bei Sturm Graz (2:3) wieder Rang zwei (35 Punkte) zurückerobert, der für die Champions-League-Qualifikation berechtigt. Rang drei (33 Punkte) und damit den lukrativen Startplatz in der Europa League hält wieder der LASK inne, der allerdings beim Heim-0:1 gegen den WAC die letzten verbliebenen Titelträume begraben musste. Und dicht hinter den Linzer lauern schon die Kärntner mit nur noch zwei Zählern Rückstand (allerdings dem deutlich schlechteren Torverhältnis). Der Vierte hat es auf der europäischen Bühne ungleich schwerer, weil er zwei Runden überstehen müsste, um in die Gruppenphase zu gelangen.

Sportlich könnte die Entscheidung erst in der letzten Runde fallen - Rapid empfängt zunächst am Mittwoch den LASK, ehe am Sonntag das finale Duell beim WAC ansteht -, da der LASK nach der Trainingsaffäre aber bis Anfang August bis zu vier weitere Punkte zurückerhalten könnte, ist die Endtabelle nur vorläufig.

Tirol mit Rücken zur Wand

Klarheit könnte indes schon am Dienstag in der Qualifikationsgruppe herrschen - nämlich welcher Klub in die 2. Liga muss. Vor allem Aufsteiger WSG Tirol steht im Vierkampf gegen den Abstieg nunmehr mit dem Rücken zur Wand, am Dienstag müssen bei Mattersburg drei Punkte her. "Es wird ein brutal intensiver Fight, weil Mattersburg will ja mit allen Mitteln verhindern, dass wir gewinnen, weil dann haben sie plötzlich die Arschkarte gezogen, die wir jetzt haben", erläuterte Tirol-Coach Thomas Silberberger. Die Burgenländer indes möchten nach dem bitteren Heim-1:2 gegen die Admira den nächsten Matchball verwerten, "und dafür werden wir alles reinhauen", versprach Mattersburg-Trainer Franz Ponweiser.(may/apa)