Der LASK verzichtet nun doch auf einen Einspruch gegen die reduzierte Strafe des Protestkomitees der Fußball-Bundesliga. Diese Kehrtwende gab die Klubführung am Dienstag im Vorfeld des Ligaschlagers um die Vizemeisterkrone bei Rapid (Mittwoch, 20.30 Uhr/Sky) bekannt. Damit bleibt es bei dem Abzug von vier Punkten und 75.000 Euro für die aktuell drittplatzierten Linzer, welchen das zweitinstanzliche Komitee in der Vorwoche ausgesprochen hatte.

Damals hatte der LASK noch einen Rekurs beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht angekündigt. Dazu kommt es aber nicht. Die wegen der Durchführung verbotener Teamtrainings während der Corona-Pause zuletzt vielfach kritisierte Vereinsspitze begründete dies mit der - laut Ansicht der Klubjuristen - bereits erfüllten Einhaltung der notwendigen Sorgfaltspflicht nach zwei Instanzen und der Sorge um das Wohl des gesamten Fußballs. Ein weiterer Instanzenzug hätte eine wochen-, wenn nicht sogar monatelange Verzögerung bedeutet - und "dies wäre für die Liga schlecht, dies wäre für unsere Fans und den LASK schlecht, und vor allem für den Fußball", erklärte Klub-Präsident Siegmund Gruber. Ursprünglich waren den Linzern von der Liga sechs Zähler abgezogen worden. Diese Sanktion hatte man beeinsprucht und die erwähnte Reduktion erwirkt.

Um weiteren Schaden vom Verein abzuwenden und die Sorgfaltspflicht als Organe des Vereins wahrzunehmen, habe man den Bundesliga-internen Instanzenzug wahrgenommen, erläuterte Gruber. Weiter wolle man aber nicht mehr gehen. "Daher sind wir zu dem Entschluss gekommen, das Urteil des Protestkomitees zu akzeptieren." Diese Entscheidung sei dem Verein auch aus finanziellen Gesichtspunkten heraus nicht leichtgefallen. "Obwohl wir mit vier Punkten mehr sicherer Dritter wären, und dies mindestens drei Millionen für uns bedeutet hätte, akzeptieren wir die Strafe, weil wir die Liga nicht ins Chaos stürzen wollen. Auch wenn viel Geld auf dem Spiel steht, wer den LASK kennt, weiß, dass Geld nicht über allem steht. Monetäre Werte sind keine Triebfeder für uns", so Gruber.

"Sympathien zurückholen"

Druck von Sponsoren, der Liga oder gar der Politik habe es bei der Entscheidungsfindung jedenfalls nicht gegeben, meinte Gruber auf Nachfrage und betonte außerdem, dass man auch bei einer noch ausstehenden Titelentscheidung keinen Einspruch mehr eingelegt hätte. "Wir hätten uns Zeit lassen können. Das wollten wir eben nicht, dass man uns dann Taktiererei oder politische Spielchen mitvorwirft. Dadurch haben wir die Liga in eine Situation gebracht, dass in den nächsten zwei Runden die Resultate nur auf dem Platz ausgespielt werden."

Gruber und auch sein Vize Jürgen Werner bekannten zudem erneut, dass man mit den verbotenen Trainings einen Fehler begangen, für den man sich aber entschuldigt habe. Der Verzicht auf den Gang zum Schiedsgericht sei auch mit den Spielern abgesprochen, erzählte Werner, der den Fokus nun wieder ausschließlich auf den Platz lenken will. "Wir wollen das Geschehen wieder ganzheitlich auf den grünen Rasen verlegen und die Nebenschauplätze so gut wie möglich ausblenden." Mit dem Fehler sei man vom richtigen Weg abgekommen, jetzt wolle man den in den letzten Jahren erarbeiteten guten Ruf als "sympathischer Klub" komplett wiederherstellen.

Faktum ist, dass sich der Vizemeister in Hütteldorf keine Niederlage erlauben darf, sonst droht am Ende nur der vierte Rang - falls der WAC am Mittwoch in Hartberg voll punktet.

Rapid mit Sieg Vizemeister

Die Grün-Weißen können indes am Mittwoch mit einem Sieg schon Rang zwei fixieren: "Wir wollen wieder versuchen, einen Sieg einzufahren und hoffen, dass wir nach dem Spiel in der selben Situation sind wie vor dem Spiel, nämlich vor dem LASK", so Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer. Aber auch die Hütteldorfer, die am Sonntag zum WAC müssen, droht noch der Rückfall auf Rang vier. "Es ist sehr eng, in den letzten Spielen kann alles passieren. Wir treffen auf zwei starke Mannschaften, die eingespielt, routiniert sind und letzte Saison auch auf internationalem Parkett gezeigt haben, dass sie gut sind", meint Rapids Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic.

Auch wenn Endrang drei die lukrative Gruppenphase in der Europa League bedeutet - sowohl der LASK als auch Rapid beteuern, einzig die Vizekrone im Visier zu haben.