Rapid Wien hat sich mit einem 3:1-Sieg daheim gegen den Lask den Vizemeister-Titel gesichert. Da die Linzer ihre Bemühungen gegen die von der Bundesliga verhängte Strafe eingestellt haben, knnen sie Rapid nicht mehr von Rang zwei verdrängen. Das ist vielleicht aber kein Nachteil für den Lask. Am Wochenende wird die letzte Runde in der Bundesliga absolviert.

Der Sieg Rapids war der einen oder anderen und noch einer weiteren glücklichen Fügung geschuldet. Schon nach vier Minuten fälschte Andrés Andrade einen Stanglpass von Rapids Taxi Fountas ins eigene Tor ab, und der Grieche erzielte auch kurz vor der Pause das 2:0, und wieder war ein bisschen Glück dabei. Zum einen übersah Schiedsrichter Walter Altmann unmittelbar davor ein Foul im Mittelfeld am Linzer James Holland, der Schuss von Fountas vom Sechszehner war zudem abgefälscht und damit unerreichbar für Keeper Alexander Schlager.

Zwischen den beiden Treffern war der Lask das aktivere, bessere Team – nicht ganz unerwartet. Rapid muss derzeit auf zehn Spieler verzichten, am Mittwoch fehlten alle vier etatmäßigen Innenverteidiger. Doch die grün-weiße Jugend verteidigte geschickt, ehe dann Fountas im Konter das 2:0 erzielte. In der zweiten Hälfte, die von einem heftigen Gewitter beeinträchtigt war, dominierten die Linzer erneut, auch wenn Rapid zu einigen guten Kontern kam. Der Lask erzielte durch Joao Klaus den Anschlusstreffer, knapp danach jubelte der Brasilianer erneut. Aber nur kurz. Sein Kopfball-Treffer wurde wegen Fouls nicht anerkannt, doch auch das war eine für den Lask unglückliche Entscheidung. In der Nachspielzeit traf dann Rapid noch zum 3:1 nach einem Konter durch Christoph Knasmüllner.

Nur mit Platz drei fix in der Gruppenphase

Rapid kann damit von der Champions League träumen, der Weg dorthin ist allerdings noch sehr weit. Zwei Qualifikationsrunden sowie ein Playoff ab August müssen erfolgreich absolviert werden. Der Drittplatzierte der Bundesliga, entweder der Lask oder Wolfsberg, steigen indessen direkt in die Gruppenphase der Europa League ein. Das bedeutet mehr Planungssicherheit und fixe Einnahmen durch die Gruppenphase, wenn auch geringere als in der Champions League. Es ist aber, gerade in Coronazeiten, ein wertvoller Spatz in der Hand, während die Taube auf dem Dach, also die Königsklasse, schnell ein Nullsummenspiel für Rapid werden kann.

Das auch für diese noch offene Frage, nämlich wer auf Rang drei landet, relevante Parallelspiel zwischen Hartberg und Wolfsberg musste am Mittwoch abgesagt werden. Ein anhaltendes Unwetter machte ein Spiel nicht möglich. Am Donnerstag erfolgt der nächste Versuch, auch wenn erneut der Wetterbericht schlecht ist. Doch die Zeit drängt. Am Wochenende endet die Bundesliga bereits. Salzburg ist bekanntlich Meister, am Mittwoch wurde Sturm Graz mit 5:2 bezwungen. (sir)