Die Titelfrage (Salzburg) - entschieden. Der Cupsieger (wieder Salzburg) - entschieden. Und auch die kleine Krone für den Vizemeistertitel ist seit Mittwoch an Rapid vergeben. Dennoch wird die letzte reguläre Runde der Tipico-Bundesliga, die mit dem Europacup-Play-off zwischen Austria/Altach sowie Hartberg noch einen Nachschlag erfährt, spannend wie selten zuvor. Denn während sich der LASK und der WAC am Sonntag ein Fernduell um Rang drei und damit den einzig rot-weiß-roten Fixplatz in einer europäischen Gruppenphase (Europa League) liefern, geht es am Samstag eine Etage tiefer im direkten Duell zwischen WSG Tirol und Admira um den Absteiger der diesjährigen Saison (den einzigen in ganz Österreich übrigens). Und nur den Niederösterreichern hilft ein Remis zur Glückseligkeit - für alle anderen Klubs heißt es am Wochenende: siegen, siegen, siegen.

Schauplatz Pasching: Die Linzer Athletiker haben es nach dem turbulenten Nachtrags-3:3 von Konkurrent WAC in Hartberg doch noch selber in der Hand, das sportliche Minimalziel in Form von Rang drei zu schaffen. Vorausgesetzt, am Sonntag (17Uhr/Sky) gelingt im Schlager gegen Salzburg ein voller Erfolg - dann hilft den Kärntnern selbst ein Dreipunkter gegen Rapid im Parallelspiel nichts mehr. Verliert der LASK und remisiert der WAC, geht der Europacup-Fixplatz dank der besseren Tordifferenz ebenfalls an den aktuellen Europa-League-Achtelfinalisten (der Vierte muss schon in der zweiten Qualifikationsrunde starten).

Leichter gesagt als getan für den LASK. Denn selbst wenn die Meisterschale bereits in Händen der Bullen-Truppe ist, darf bezweifelt werden, dass Trainer Jesse Marsch Urlaubsfeeling auf dem Platz zulässt. "Die Jungs verstehen, dass das Spiel sehr wichtig ist. Es benötigt nicht viel Motivation. Wir wollen unsere Saison auf richtig gute Art beenden", kündigte der US-Amerikaner an. Die erfolgsverwöhnten Linzer konnten in der Meistergruppe nur Sturm (zwei Mal) und Hartberg bezwingen. "Wir waren nicht in der Lage, die wichtigen Spiele zu gewinnen. Das fühlt sich momentan nicht gut an", sagte Trainer Valerien Ismael, der nun auf den Big Point zum Abschluss hofft.

Schauplatz Wolfsberg: Damit der Vorjahresdritte die Platzierung wiederholen kann, gilt es vor allem, am Sonntag (17 Uhr/ORF1) im Heimduell mit Rapid "die Köpfe wieder hochzukriegen, wieder Frische zu kriegen und dann alles reinzuschmeißen", wie es WAC-Coach Ferdinand Feldhofer formulierte. Schließlich hatte Goalgetter Shon Weissman in Hartberg - nach einem Doppelpack - in der Nachspielzeit einen Elfmeter zum Sieg verschossen. Möglicherweise ein millionenschwerer Patzer. "Aber es hat sich von der Ausgangssituation für uns nichts geändert", so Feldhofer, denn ein Sieg über Rapid muss so oder so her. Für die Hütteldorfer ist die Saison eigentlich schon abgeschlossen - ob dies befreiend oder vernachlässigend wirkt, wird sich weisen. Nachteil für die Wolfsberger: Durch die unwetterbedingte Verschiebung des Hartberg-Spiels gab es einen Tag weniger Regenerationszeit.

Schauplatz Innsbruck:Die erst vor einem Jahr ins Oberhaus aufgestiegene WSG Tirol braucht am Samstag (17 Uhr/ORF 1) einen Heimerfolg, um den Kopf doch noch aus der Schlinge zu ziehen. Die mitunter desaströsen sportlichen Vorstellungen der Wattener versucht Trainer Thomas Silberberger offensichtlich mit martialischem Vokabular auszugleichen, indem er von "Stechen", "Überlebenskampf" und "Battle" sprach. Und selbstbewusst meinte: "Wir bleiben in der Bundesliga, und ein Traditionsverein wird wieder absteigen."

Die Admiraner hingegen haben zuletzt spielerisch durchaus überzeugt, scheiterten aber an ihrer Abschlussschwäche - daher ist den Südstädtern auch in Tirol alles zuzutrauen. Ein Remis will und kann man aber nicht anstreben: "Wenn man einen Punkt anpeilt, muss man auf Sieg spielen", merkte Trainer Zvonimir Soldo dazu an, der volles Vertrauen in seine Elf hat. Denn: "Die Mannschaft spielt auswärts besser."