Real Madrid ist dem Sieg in der spanischen Fußballmeisterschaft so nahe wie schon lange nicht mehr. Zuletzt gelang ihnen im Jahr 2017 die Titelsicherung, heute ist der Traum für sie wieder zum Greifen nahe.

Nach ihrem Sieg gegen Granada mit 2:1 am Montag treffen die Königlichen am Donnerstag auf Villarreal. Dort könnten sie sich bereits den Meistertitel mit einem Sieg sichern. Zeitgleich spielt der FC Barcelona gegen CA Osasuna. Dank ihres neunten Sieges im neunten Spiel nach der Corona-Pause liegt Real noch vier Punkte vor dem Titelverteidiger Barcelona, gegen welchen sie sich diese Saison ein Duell um die Führung der Tabelle geliefert haben. Im März – noch vor der Corona-Pause – sah die Situation noch etwas anders aus: Nach einer Niederlage Reals gegen Betis Sevilla am 8. März lag der FC Barcelona mit 58 Punkten an der Spitze der Tabelle. Real fehlten zwei Punkte auf den Gegner aus Barcelona. Am 13. März wurde dann jedoch die Saison aufgrund der Corona-Krise unterbrochen, die Aufholjagd von Real musste vertagt werden.

Kürzungen der Gehälter

Während der Pause zog auch Real Madrid die finanziellen Konsequenzen aus der Corona-Krise und einigte sich Anfang April mit seinen Spielern auf eine Kürzung ihrer Gehälter. Die Kürzung belief sich auf 10 Prozent, falls die Saison jedoch abgebrochen werden sollte, würde sich diese auf 20 Prozent belaufen. Bei Real Madrid sollten somit die finanziellen Bußen anderer Mitarbeiter gemildert werden. Eine Woche zuvor gab Rivale Barcelona ebenfalls eine Kürzung ihrer Spielergehälter bekannt.

Nach 93 Tagen Corona-Pause wurde der Spielbetrieb in Spanien am 12. Juni wieder aufgenommen. Sowohl Real Madrid als auch der FC Barcelona starteten mit einem Sieg in die Fortsetzung um den Kampf um den spanischen Meistertitel und lieferten sich somit ein richtiges Kopf-an-Kopf-Rennen. In der 30. Runde übernahm Real wieder die Tabellenführung und baute diese nach und nach aus. Barcelona war jedoch immer dicht auf den Fersen. Nun könnte sich am Donnerstag entscheiden, ob Real zum spanischen Meister gekrönt wird.

Für Gareth Bale wäre dieses Erlebnis vielleicht nicht so viel wert wie für seine Teamkollegen. Der Brite verbrachte die jüngsten fünf Spiele auf der Bank und beobachtete diese von außen. Aufgefallen war er, weil er sich beispielsweise seine Mund-Nasen-Maske über die Augen zog und sich schlafend stellte, die obligatorische Schutzmaske ganz abnahm oder mit seinen Händen vor seinen Augen ein Fernglas formte. Er heizte der Gerüchteküche um einen möglichen Wechsel noch einmal ordentlich ein. "Es gibt noch zwei Spiele, und wir werden alle über das Ziel nachdenken, diese Liga zu gewinnen. Ich habe nichts mehr zu sagen", zitiert die Homepage von Real Madrid den 30-Jährigen.

Trainer Zinedine Zidane wollte Bale jedoch nicht viel Aufmerksamkeit schenken: "Er hat sich bei mir nicht beschwert, und damit war es das. Wir denken nur an unser Ziel, den Liga-Titel zu gewinnen." Offenbar braucht Zidane Bale nicht für den Sieg in La Liga.

Um Real Madrid den Titel zu nehmen, müsste zwei Runden vor Schluss noch viel passieren. Ein Sieg oder zwei Remis würden schon reichen, um sich den 34. Liga-Titel zu sichern. Denn eigentlich ist La Liga schon so gut wie entschieden, sind die Königlichen so gut wie gekrönt. Jedoch warnte Kapitän Sergio Ramos vor zu viel Optimismus: "Wir sind einen Schritt näher dran am Titel, aber wir müssen noch um die restlichen Punkte kämpfen. Heutzutage schlägst du niemanden, wenn du nicht 90 Minuten lang konzentriert bist." (apa/jh)