Der FC Liverpool in England, Real Madrid in Spanien, der FC Bayern in Deutschland - von den vier größten Fußball-Ligen ist nur noch in Italien die Entscheidung über den "Geistermeister" ausständig. Nun hat aber Juventus bereits mehr als eine Hand am Scudetto. Die Turiner kamen in der viertletzten Runde der Serie A am Montagabend mit einem 2:1-(0:0)-Heimsieg gegen Lazio Rom dem 36. Meistertitel einen großen Schritt näher. Vor den letzten vier Runden führt Juventus acht Punkte vor Inter Mailand und neun Punkte vor Atalanta Bergamo, dem aufgrund der verheerenden Folgen der Coronavirus-Pandemie in der Lombardei für viele sentimentalen Favoriten, der dennoch mit seinen Leistungen hochzufrieden sein darf.

Am Montag sorgte Cristiano Ronaldo mit seinen Treffern 29 und 30 innerhalb von drei Minuten für die Vorentscheidung im Meisterkampf. Zunächst verwandelte der dreimalige FIFA-Weltfußballer einen Handelfmeter, der nach Videobeweis gegeben wurde (51.), dann traf er aus sechs Metern nach glänzender Vorarbeit von Paulo Dybala (54.). Ronaldo führt nunmehr die Torschützenliste mit 30 Toren zusammen mit Ciro Immobile an. Immobile verkürzte für Lazio in der 83. Minute mittels Foulpenalty.

Kein Ballon d'Or

Abseits des grünen Rasens kann Ronaldo seine Trophäensammlung heuer übrigens nicht mehr vergrößern. Aufgrund der Corona-Krise wird nämlich in diesem Jahr kein Fußballer als bester Spieler der Welt mit dem goldenen Ball ausgezeichnet. Weil unter anderem zahlreiche Ligen nicht zu Ende gespielt werden konnten und die EM und die Copa America verschoben werden mussten, sei diese Entscheidung getroffen worden, hieß es in einer Mitteilung.

Die Gewinner des seit 1956 vergebenen Ballon d'Or werden von internationalen Fachjournalisten gewählt. "Wir können dies nicht als ein typisches Jahr betrachten. Außergewöhnliche Umstände führten zu einer außergewöhnlichen Entscheidung", sagte Pascal Ferre, Herausgeber von "France Football", am Montag auf der Homepage der französischen Fachzeitschrift. Unter diesen Umständen wäre die Wahl nicht fair gewesen.

Zwischen 2010 und 2015 fand die Wahl unter dem Dach des Weltverbandes FIFA statt, als Ersatz für die Wahl zum Weltfußballer des Jahres. Seit 2016 vergibt "France Football" den Goldenen Ball wieder selbst. Rekordsieger ist Lionel Messi vom FC Barcelona, der sechsmal gewann. (art/apa/dpa)