Chinas Super League nimmt am Samstag nach fünfmonatiger Spielpause aufgrund der Corona-Krise wieder den Spielbetrieb auf. Obwohl in der Volksrepublik die Pandemie seit Monaten weitestgehend unter Kontrolle gebracht wurde und es kaum noch Infektionen gibt, ließen sich die Behörden viel Zeit mit der Entscheidung, grünes Licht auch für den Fußball zu geben. Auch der Österreicher Marko Arnautovic ist wieder im Einsatz.

Die Regeln, an welche sich der chinesische Fußballverband halten muss, sind streng. Auch in China bleiben die Stadien vorerst leer. Hinzu kommt, dass die Liga nur zentral in zwei Städten ausgetragen wird, nämlich in den chinesischen Metropolen Dalian und Suzhou. Jeweils acht Teams sind an beiden Orten in Hotels untergebracht und von der Öffentlichkeit komplett abgeschirmt. Erst nach einer separat in den beiden Städten ausgetragenen Vorrunde treten die Finalisten in einer Meisterschafts- und einer Abstiegsrunde gegeneinander an.

Marko Arnautovic befindet sich nach 14-tägiger Quarantäne seit Anfang der vergangenen Woche wieder im Mannschaftstraining. "Endlich 'back in business' für Shanghai SIPG", postete er dieser Tage auf Instagram mit Verweis auf das erste Ligaspiel nächsten Montag gegen Tianjin Teda. Gespielt wird in Suzhou in der unmittelbaren Nachbarschaft von Shanghai. Der Kalender hat es in sich: Bis 31. August wird Shanghai SIPG acht Ligaspiele absolvieren. Zu Arnautovic und Brasiliens Ex-Teamstar Hulk holte der Verein mit dem 29-jährigen Ricardo Lopes Pereira noch einen weiteren Angreifer aus Brasilien.


Für Spieler gilt eine strikte Ausgangssperre. Treffen mit der Familie sind tabu, auch das eigenständige Liefern von Essen in ihre Hotels ist nicht erlaubt. 1.870 Spieler, Betreuer und Offizielle wurden vor dem Start auf Covid-19 getestet, alle Tests fielen laut Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua negativ aus. Auch für die Super-League-Klubs geht es ums Finanzielle. "Wenn es wieder Spiele gibt, gibt es auch wieder ein Geschäft", betonte Liu Yi, Generalsekretär von Chinas Fußballverband. Vor allem die Einnahmen durch TV-Übertragungsrechte sprudeln nun wieder für die angeschlagenen Vereine.

Die Stadien bleiben zwar leer, dennoch hat sich die Liga einiges einfallen lassen, um die Spiele zumindest im Fernsehen für die Fans zu einem Erlebnis zu machen: Um eine bessere Atmosphäre für die TV-Zuschauer zu schaffen, soll ein Augmented-Reality-System installiert werden, das die leeren Tribünen mit virtuellen Zuschauern füllt. Außerdem sollen die Übertragungen mit aufgezeichneten Fan-Gesängen aus den Stadien unterlegt werden. Um die Atmosphäre für die Spieler zu verbessern, werden bei Toren thematische Vereinsvideos auf riesigen Bildschirmen abgespielt. Fans können vorher abstimmen, zu welchen Songs ihre Spieler einlaufen.

Ein virtuelles Heim- und Auswärtssystem hat auch der chinesische Fußballverband erdacht. Die zwei Vorrunden-Stadien werden abwechselnd im Stil der jeweils spielenden Mannschaften dekoriert. Verbandschef Liu gibt zu, dass nun alles "nicht ganz wie gewohnt" sei. Aber immerhin sei es eine enorme Verbesserung im Vergleich zu der düsteren Stimmung, die vor einigen Monaten herrschte, als viele Klubs um ihre Zukunft kämpften. Der eigentliche Saisonstart war für Ende Februar angesetzt. Der Verband hoffte dann auf einen Beginn Ende Juni, von staatlicher Seite wurde dieser Plan aber nicht genehmigt. (apa/jh)