Es war ein stilechter Auftritt eines Champions, den die Liverpool-Spieler am Mittwochabend hinlegten, ganz dem Anlass entsprechend: Mit einem 5:3-Feuerwerk beendeten sie das letzte Heimspiel der Saison, anschließend kam der große Moment mit der Überreichung der Meistertrophäe.

Trainer Jürgen Klopp hatte die Tage davor mit dem "Warten auf das Christkind" verglichen, schließlich stand der Titelgewinn ohnehin schon länger fest. "Man weiß, dass man ein ganz besonderes Geschenk erhalten wird, aber davor ist man trotzdem aufgeregt. Und wir sind gerade sehr aufgeregt", hatte der deutsche Trainer, an der Merseyside längst zur Ikone geadelt, gesagt. Und das Warten war in diesem Fall ein langes: Vor 30 Jahren hatten die Reds zum bisher letzten Mal die Meisterschaft geholt.

Bei einigen Fans schwappten die Emotionen daher auch besonders über. Im Stadion waren aufgrund der strengen Coronavirus-Sicherheitsmaßnahmen zwar keine Zuschauer zugelassen, draußen aber wurde gefeiert - wie schon beim Fixieren des Meistertitels ohne An- beziehungsweise Abstand. Denn statt Social Distancing gab's Menschenansammlungen, viele maskenlose Gesichter und ein Feuerwerk.

Nach einem solchen war nicht nur der Polizei so gar nicht zumute, sondern auch einigen anderen Topklubs. So haben Manchester United und Chelsea als derzeit Dritt- beziehungsweise Vierter das Ticket für die Champions League noch nicht sicher. Leicester City, das am Sonntag gegen United antritt, lauert nur einen Zähler hinter dem Duo als Fünfter.

Erfolgserlebnis für Österreicher-Klub

In der zweiten Liga gab es indessen ein Erfolgserlebnis für eine Quasi-Österreicher-Filiale. Der von Ex-WAC-Coach Gerhard Struber trainierte Barnsley FC, bei dem Rot-Weiß-Rot auch durch die Kicker Michael Sollbauer, Marcel Ritzmaier und Patrick Schmidt vertreten ist, schaffte mit einem 2:1 gegen Brentford in der Nachspielzeit den Klassenerhalt. Struber hatte die Mannschaft im November übernommen und nun zum Ligaverbleib geführt. "Ich habe ein so großes Herz für meine Burschen und bin überglücklich", erklärte der Österreicher.

Ex-WAC-Coach Gerhard Struber feierte mit Barnsley den Klassenerhalt. - © APAweb / Erwin Scheriau
Ex-WAC-Coach Gerhard Struber feierte mit Barnsley den Klassenerhalt. - © APAweb / Erwin Scheriau

In die Glückseligkeit mischte sich freilich ein kleiner Wermutstropfen: Denn der Punkteabzug gegen den insolvenzbedrohten Klub Wigan Athletic, der die Struber-Truppe über den ominösen Strich hievte, muss erst noch vom Verband bestätigt werden.

Als Aufsteiger in die Premier League steht indessen seit vergangener Woche der Traditionsklub Leeds United fest, Brentford muss mit Fulham, Cardiff und Swansea ins Play-off. (art)

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