Nach einem erlösenden Tor von Cristiano Ronaldo hat sich Rekordchampion Juventus Turin zum neunten Mal in Serie die italienische Meisterschaft gesichert. Die Mannschaft um den fünfmaligen Weltfußballer machte den insgesamt 36. Scudetto der Vereinsgeschichte mit einem 2:0 am Sonntagabend im Heimspiel gegen Sampdoria Genua perfekt. Ronaldo traf zum 1:0 vor der Halbzeit.

Mit 83 Punkten ist Turin zwei Spieltage vor dem Saisonende der Serie A nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Der Tabellenzweite Inter Mailand liegt sieben Punkte zurück, Atalanta Bergamo und Lazio Rom sind jeweils einen weiteren Zähler dahinter.

Juventus war trotz optischer Überlegenheit in der ersten Halbzeit harmlos, dann traf Ronaldo nach einer Freistoßvariante mit der letzten Aktion. Ein Zuspiel von Miralem Pjanic verwertete der 35-Jährige von der Strafraumgrenze direkt mit einem Flachschuss (45.+7). Gegen die nun offensiveren Gäste war Ronaldo auch am 2:0 beteiligt, nach seinem Schuss staubte Federico Bernardeschi (67.) ab.

Damit war der glanzlose, aber entscheidende Erfolg gesichert. Der an die Latte verschossene Foulelfmeter in der 89. Minute dürfte nur Ronaldo mit Blick auf die Torjäger-Wertung richtig geärgert haben.

Erschöpft, aber glücklich

"Es ist kompliziert, mental und körperlich für 90 Minuten auf Ballhöhe zu bleiben. Die Spiele sind seltsam, und das Momentum ändert sich sehr leicht", hatte Trainer Maurizio Sarri noch nach dem 1:2 bei Udinese Calcio am Donnerstag erklärt. Vor allem die geistige Erschöpfung seiner Spieler sei groß, sagte der Juve-Coach. Wegen der Niederlage hatten die Turiner die Meisterschaft noch nicht perfekt machen können.

Den am Ende beruhigenden Vorsprung an der Tabellenspitze hatte Juve zuletzt vor allem auch der Schwäche der Konkurrenten zu verdanken. Denn in den elf Partien vor dem Spiel am Sonntag waren der Sarri-Mannschaft nur fünf Siege gelungen.

Für Ronaldo und Co. ist die Saison nicht zu Ende. Juventus hat noch zwei Meisterschaftsspiele und vor allem die Champions League zu bestreiten. Diese hat Juventus seit 1996 nicht mehr gewonnen. Bereits am 7. August steht das Achtelfinal-Rückspiel gegen Lyon an.

Manchester United und Chelsea in der Champions League

Auch in England sind am Sonntag wichtige Entscheidungen gefallen. Rekordmeister Manchester United und Chelsea haben sich am letzten Spieltag der Premier League für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert. United siegte beim direkten Konkurrenten Leicester City mit 2:0 und beendete die Saison auf Tabellenplatz drei. Chelsea sicherte sich mit einem 2:0 gegen die Wolverhampton Wanderers den vierten Platz.

Für Manchester trafen Bruno Fernandes (71. Minute) per Strafstoß und Jesse Lingard (98.). Leicester, das auf den an der Leiste verletzten Christian Fuchs verzichten musste, wurde trotz einer starken Saison nur Fünfter und muss sich mit der Europa League begnügen, weil Chelsea noch vorbeizog. Die Londoner gewannen zu Hause durch Tore von Mason Mount (45.+1) und Olivier Giroud (45.+4) gegen Wolverhampton.

Von diesem Sieg profitierte auch Tottenham Hotspur, das mit einem 1:1 bei Crystal Palace noch an den Wolves vorbeizog. Als Sechster startet die Mannschaft von Trainer Jose Mourinho in der Europa-League-Qualifikation und könnte dort unter Umständen auf einen Gegner aus Österreich treffen. Eine Chance hat Wolverhampton aber noch: Verliert Arsenal das FA-Cup-Finale gegen Chelsea, dürfte man auch als Siebenter an der Qualifikation teilnehmen.

United am 5. August gegen den Lask

Bei Manchester, dem Achtelfinalgegner des LASK in der aktuellen Europa-League-Saison, herrschte großer Jubel. Das Team von Trainer Ole Gunnar Solskjaer beendete seine Aufholjagd seit dem Restart erfolgreich, nachdem man um den Jahreswechsel weit weg von den vorderen Tabellenplätzen gewesen war. "Ich denke, die Burschen haben eine tollen Erfolg geschafft", sagte Solskjaer. "Heute war es kein Klassiker, aber wir wollen lernen, solche Spiele wie dieses zu gewinnen." Das Rückspiel gegen den Lask steigt nach einem 5:0-Sieg im Hinspiel am 5. August.

Manchester-United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer durfte mit seiner Mannschaft über das Erreichen eines Champions-League-Platzes jubeln. - © APAweb / afp, Carl Recine
Manchester-United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer durfte mit seiner Mannschaft über das Erreichen eines Champions-League-Platzes jubeln. - © APAweb / afp, Carl Recine

Nach einem dramatischen Dreikampf gegen den Abstieg durfte auch Aston Villa jubeln. Der Klub aus Birmingham zitterte sich im Fernduell mit Watford und Bournemouth zum Klassenerhalt. Dazu reichte Villa ein 1:1 bei West Ham, weil Watford 2:3 bei Arsenal unterlag. Bournemouth half das 3:1 bei Everton nicht mehr. Southampton, das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl, belegt in der Abschlusstabelle nach einem 3:1-Sieg gegen Sheffield United den elften Platz.

Rekord für Liverpool

Meister Liverpool sicherte sich indes mit einem 3:1 bei Newcastle United einen Klubrekord. 99 Zähler sind der höchste Wert, den die Reds jemals in einer Saison erzielt haben. Virgil van Dijk (38.), Divock Origi (59.) und Sadio Mane (89.) trafen nach früher Newcastle-Führung für die Elf von Trainer Jürgen Klopp. Bei den Magpies spielte ÖFB-Teamstütze Valentino Lazaro durch.

Nur einmal in der Geschichte hatte ein Team am Ende mehr Punkte gesammelt als Liverpool: Manchester City beendete im Jahr 2018 die Meisterschaft sogar mit 100 Zählern. Die Saison 2019/20 beendeten die Citizens als Vizemeister mit einem 5:0-Kantersieg gegen den Tabellenletzten und dritten Absteiger Norwich. (apa/dpa/Reuters/sda)