Langsam, aber sicher kommt der Ball in der Causa SV Mattersburg ins Rollen. Der Lizenzausschuss der Fußball-Bundesliga macht sich heute, Dienstag, ein genaueres Bild. Bei der Tagung des Senats 5 soll die am Freitagabend von den Burgenländern eingereichte Stellungnahme geprüft werden. Sollte sich das Komitee zur Einleitung eines Verfahrens entschließen, tritt ein Liga-interner Instanzenzug in Kraft, der erst in mehreren Wochen abgeschlossen wäre - was auch die anderen Vereine vor Unsicherheiten stellen würde.

Sollte der SV Mattersburg nach dem Senat 5 unter dem Vorsitzenden Thomas Hofer-Zeni auch die zweite Instanz (Protestkomitee) und danach noch das Ständige Neutrale Schiedsgericht bemühen, würden samt Fristen für Stellungnahmen noch einige Wochen vergehen. Den Organisatoren der Liga und ihren Teams droht erneut ein Planungschaos. Bis zum Start der neuen Bundesliga-Saison sind es weniger als sieben Wochen.


Links
Zum Themenpaket rund um die Commerzialbank Mattersburg
wienerzeitung.at ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Vor allem beim sportlichen Absteiger WSG Tirol sitzt man derzeit auf Kohlen. Die Tiroler würden im Falle eines Konkurses oder freiwilligen Rückzuges des SVM die Klasse halten. Sie haben je nach Ligazugehörigkeit unterschiedliche Verträge mit Spielern abgeschlossen: Der Erstligist WSG Tirol wäre schon jetzt gerne mit 14 Spielern und Vertrag ins Training eingestiegen. Für die zweite Liga haben hingegen nur fünf Spieler gültige Verträge. Die zweite Liga beschäftigt zudem die Frage eines möglichen Nachrückers, der Rapid Amateure oder Sturm Graz Amateure heißen könnte.

Mattersburg ist am Zug

Die Bundesliga betonte am Montag erneut, dass nur der SV Mattersburg für eine raschere Klärung sorgen könne. "Alles, was über den Liga-internen Rechtsweg passiert, braucht seine Zeit. Alles, was schneller gehen würde, wären Schritte, die seitens des SV Mattersburg gesetzt werden müssen", erklärte ein Sprecher.

Klub-Präsident und Bankenchef Martin Pucher war von seinem Amt zurückgetreten, nachdem der Finanzskandal um die Commerzialbank Mattersburg am 15. Juli aufgeflogen war. Der SVM ist ohne den großen Geldgeber in finanzielle Schieflage geraten. Im schlimmsten Fall muss der SVM Konkurs anmelden und würde damit seinen Platz in der Bundesliga verlieren. Gelingt hingegen ein Sanierungsverfahren, bleibt den Burgenländern der Zwangsabstieg erspart, unter anderem ist aber ein Sechspunkteabzug für die kommende Saison die Folge. (apa/red)