Was 2007 mit der Neugründung des Fußballvereins Austria Klagenfurt begann, könnte nun am Freitag mit dem Aufstieg in die höchste Spielklasse der Bundesliga seinen versöhnlichen (wie spannenden) Abschluss finden. Sportlich geklärt wird die Aufstiegsfrage in der 30. und letzten Runde der zweiten Liga in einem Fernduell mit Ried (20.30 Uhr), und die Ausgangssituation könnte nicht fesselnder sein: Denn bei Punktegleichheit spricht nur das um einen Treffer bessere Torverhältnis für die Innviertler, die den Tabellen-14. FAC zu Gast haben. Die Kärntner wiederum empfangen Innsbruck.

Leicht haben es die jungen Violetten, die sich ja in der Tradition des vor exakt 100 Jahren gegründeten Kaufmännischen Sportvereins Klagenfurt (ab 1927 dann Sportclub Austria Klagenfurt) sehen und dies trotz Corona mit einem entsprechenden Festakt im Juni unterstrichen haben, in der kurzen Zeit ihrer Existenz nicht gehabt. Es war dies eine turbulente Zeit der Finanzmisere und des drohenden Lizenzverlusts, hinzu kamen klubinterne Machtkämpfe. Aber alles der Reihe nach. Genau genommen existierten 2007 drei Austrias: der 1999 aus der Spielgemeinschaft zwischen der alten Austria Klagenfurt (von 1920) und dem Villacher SV gebildete politische Hybrid FC Kärnten, der aus der Konkursmasse des FC Pasching wiedererstandene und nach Süden übersiedelte SK Austria Kärnten und die neue, nun in der zweiten Liga kickende Austria Klagenfurt. Dass diese neue Austria erst 2010 in den Spielbetrieb einsteigen konnte, war eben dieser Gemengelage geschuldet. Aber das Warten auf die Lizenz sollte sich lohnen, die Austria als lachender Dritter vom Niedergang des FC und SK Kärnten, die aufgrund wirtschaftlicher und lizenzrechtlicher Probleme 2009 beziehungsweise 2010 aufgelöst wurden, profitieren. Nicht nur konnte man, nachdem man einige Spieler des FC Kärnten übernommen hatte, endlich in der Regionalliga Mitte starten, auch wurde dieser Start, weil plötzlich öffentliche Mittel frei wurden, mit rund 550.000 Euro versüßt.

Nur viel genutzt hat es nichts, und der Austria drohte ein ähnliches Schicksal wie der einstigen Konkurrenz. Bereits im Juli 2011 wurde gegen den jungen Klub vor dem Landesgericht Klagenfurt ein Insolvenzverfahren eröffnet, Aktiva in der Höhe von 16.700 Euro standen Passiva von 350.000 Euro gegenüber. Als Grund wurden zu hohe Spielergehälter und ausbleibende Sponsoren- und Förderzahlungen genannt, es kam zum Ausgleich und einem Neustart unter der Präsidentschaft von Peter Svetits und seinem Stellvertreter Matthias Dollinger.

Erst Zwist, dann Aufstieg

Wer aber gehofft hatte, dass nun Ruhe einkehren würde, wurde erneut enttäuscht. Es kam zum Zerwürfnis zwischen den Präsidenten und etlichen Gerichtsverfahren, an deren Ende sich Svetits durchsetzen konnte. Unter seiner Ägide ging es dann endlich bergauf: Auf den Gewinn des Kärntner Fußballcups 2014 folgte im Juni 2015 nach einem fesselnden Play-off-Krimi gegen Parndorf der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse, wo man sich bisher bewähren konnte. Ein Aufstieg in die Bundesliga wäre also in jedem Fall historisch. Und ein schönes Geschenk zum 100. Geburtstag obendrein. (rel)