Er war bei der Wiener Austria schon so ziemlich alles: Spieler, Trainer, Sportdirektor, dann wieder Trainer, zuletzt Sportvorstand. Nun aber wird Peter Stöger beinahe sogar alles auf einmal. Denn nach dem Abgang von Christian Ilzer zu Sturm Graz, den Stöger auch im Nachhinein trotz einer bescheidenen Ausbeute als "überraschend" bezeichnet, seien die Gremien zu dem Entschluss gekommen, dass er in der kommenden Saison als General Manager gleichzeitig auch Cheftrainer der ersten Mannschaft sein soll. Peter Stöger kehrt damit auf die Trainerbank zurück.

Obwohl der 54-jährige Wiener, der die Austria 2012/13 mit Punkterekord zum Meistertitel geführt und danach den Weg nach Deutschland eingeschlagen hatte, dies nie ausgeschlossen hatte, habe die Entscheidung erst reifen müssen. "Wir haben uns intensiv den Kopf zerbrochen", sagt Stöger, der die komplexe Situation ins Treffen führte. "Wir mussten bei unserer Entscheidung die Suche nach einem strategischen Partner, die aktuelle budgetäre Situation, das unsichere Umfeld durch Covid-19 und die Vereinsstruktur berücksichtigen. Deswegen habe ich mich entschieden, in dieser schwierigen Phase diese Position für ein Jahr zu übernehmen", erklärte er.

"Ich bin froh, dass Peter Stöger als international erfahrener Trainer diese Funktion übernimmt, stehe mit voller Überzeugung hinter dieser Entscheidung und denke, dass diese Lösung mit Peter Stöger als sportlichem Leiter und Trainer die beste für den gesamten Verein ist", meinte indessen Präsident Frank Hensel. Eine "sehr gute, wichtige und richtungsweisende Wahl" nannte Vorstandschef Markus Kraetschmer die Personalie. Immerhin muss Stöger weder die Mannschaft noch den Verein erst neu kennenlernen - eine Situation, die in der aktuellen Lage der allgemeinen Verunsicherung zumindest nicht schaden kann.(art)