Torschlusspanik - ein Wort, das es im Englischen nicht gibt, hat den FC Arsenal zuletzt ordentlich auf Trab gehalten. Die Angst, nach einem peinlichen achten Tabellenrang in der Premier League den Sprung in den Europacup ganz verpasst zu haben, saß tief. Umso überzeugter traten die Gunners daher am Wochenende beim FA-Cup-Finale gegen den FC Chelsea auf, sicherten sich mit einem 2:1-Sieg doch noch den erhofften Startplatz und schafften dank eines Doppelpacks von Pierre-Emerick Aubameyang in einer enttäuschenden Saison doch noch ein versöhnliches Ende.

Arsenal steigt damit international im Herbst in der Gruppenphase der Europa League ins Geschehen ein. Chelsea ist trotz der Niederlage auch nächstes Jahr international vertreten, hatte man sich doch über die Meisterschaft einen Platz in der Champions League gesichert. Dafür stecken die Blues im verschobenen Champions-League-Achtelfinal-Rückspiel bei Bayern München am Samstag in Personalnöten. Bei der 1:2-Niederlage gegen den Londoner Stadtrivalen Arsenal verletzten sich am Samstag Kapitän Cesar Azpilicueta, Pedro und Christian Pulisic.

Klappt Sancho-Deal?

Weniger Sorgen muss sich dagegen Konkurrent Machester United machen. Der Klub ist nicht nur fix für die Europacup-Saison 2020/21 qualifiziert, sondern kann auch ohne Panik in die entscheidende Phase der noch laufenden Europa League gehen. Jedenfalls scheint das Viertelfinale vor dem Achtelfinal-Rückspiel am Mittwoch gegen den LASK (21 Uhr/Puls 4/DAZN) leicht erreichbar. Weswegen auch Uniteds Aufmerksamkeit nach dem 5:0 im Hinspiel aktuell weniger auf den Linzern als auf einer möglichen Verpflichtung von Jadon Sancho liegt. Der Dortmund-Jungstar könnte nämlich zum teuersten Einkauf der Klubgeschichte werden. Die Verhandlungen um die Ablösesumme für den 20-Jährigen haben zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. 120 Millionen Euro sollen die Red Devils bieten - laut Angaben britischer Medien und der deutschen "Bild"-Zeitung allerdings in Form von Ratenzahlungen. Ob sich Dortmund darauf einlassen wird, ist offen.

United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer hätte den Engländer schon in der Vorbereitung auf die neue Saison, die Mitte September startet, gerne im Kader. Gelingt dem englischen Rekordmeister beim Europa-League-Finalturnier in Deutschland der Einzug ins Endspiel am 21. August, wäre die Saisonpause praktisch nicht existent. Solskjaer gab seinen Kickern zwischen der letzten Ligarunde vor einer Woche und dem LASK-Rückspiel daher bereits fünf Tage frei. "Sie benötigen mental und physisch eine Pause, weil ihr Einsatz fantastisch war", erklärte der Norweger. Sein Team ist in der Premier League seit Jahresbeginn ungeschlagen, nach der Corona-Pause gelang mit einem starken Saisonfinish noch der Sprung auf Platz drei.

Der Aufstieg gegen Österreichs Ligavierten wird hingegen nur als Formsache angesehen. Ein Feuerwerk kündigte Solskjaer hingegen nicht an. "Wir haben LASK und eine 5:0-Führung, also müssen wir nicht ins Spiel gehen und einem Sieg mit zwei oder drei Toren Unterschied hinterherjagen", sagte der Ex-Stürmer. Torschlusspanik sieht anders aus.(rel/apa)