Den Titelverteidiger hat man in einer denkwürdigen Partie aus dem Bewerb gekickt - doch nun droht Corona-bedingt im schlimmsten Fall das kampflose Ende in der Champions League: Atletico Madrid hatte am 11. März - und damit unmittelbar vor dem europaweiten Lockdown - eine schon verloren geglaubte Partie beim FC Liverpool noch mit 3:2 nach Verlängerung für sich entschieden und damit die Elf von Jürgen Klopp bereits im Champions-League-Achtelfinale verabschiedet; ob aber der spanische Topklub nun beim Finalturnier in Portugal das Viertelfinale gegen RB Leipzig (Donnerstag, 21 Uhr) überhaupt bestreiten kann, ist seit zwei positiven Corona-Tests von Spielern ungewiss. Mit den Colchoneros schwitzen darob auch die Uefa-Verantwortlichen, die in der ohnedies fragilen Situation dieses aus der Not geborene Premierenturnier durchziehen müssen.

Allerdings gaben die Madrilenen am Montagnachmittag vorsichtige Entwarnung: Eine erneut durchgeführte Coronavirus-Testreihe sei bei allen Spielern und Trainern von Atletico negativ ausgefallen. Auch das Ergebnis der zwei zuvor positiv getesteten Personen war bei der zweiten Testung demnach negativ.

Dennoch blieben der Stürmer Angel Correa und der Abwehrspieler Sime Vrsaljko, die keine Symptome aufweisen würden, weiterhin zu Hause isoliert.

Als weitere Maßnahme haben die Spanier das seit dem Wochenende unterbrochene Training wieder aufgenommen. Wann die für Montagabend angesetzte Reise nach Portugal stattfinden wird, war zunächst offen - ebenso, ob die ursprünglich geplante 93-köpfige Delegation vollständig sein wird.

Not-Team noch nicht möglich

Spanische Medien hatten zuvor bereits darüber spekuliert, dass es im Falle von bestätigten positiven Tests bei Spielern eine Verschiebung der Viertelfinal-Partie gäbe - doch so einfach ist die Sache nicht, weil damit der ganze Fahrplan des Turniers über den Haufen geworfen werden müsste. Immerhin sind die Halbfinalpartien (18./19. August) sowie das Finale am 23. August längst terminisiert - eine weitere Verschiebung nach der Europacup-Unterbrechung seit Mitte März gilt als ausgeschlossen. Viel eher drohte daher Ungemach auf die Spanier zuzukommen, denn laut gängigen Regularien würde Leipzig ins Halbfinale einziehen, sollte Atletico nicht antreten können. Zumal die offiziell formulierten Uefa-Regeln mit den durch die Corona-Krise notwendigen Ergänzungen eigentlich erst ab der kommenden Saison gelten - Stichwort Not-Team. Demnach könnte eine Mannschaft antreten, sofern sie über mindestens 13Spieler - darunter einen Torhüter - verfügt.

Bei allem haben aber die lokalen Gesundheitsbehörden - in diesem Fall jene von Lissabon - das letzte Wort. Scheint die Durchführung des Spiels aus Pandemie-Sicht zu unsicher, gibt es den Schlusspfiff vor dem Anpfiff. Von Amts wegen.(may)