Der FC Sevilla geht am Freitag auf den sechsten Europacup-Titel los. Die Spanier besiegten am Sonntagabend Manchester United beim Europa-League-Finalturnier in Köln mit 2:1 (1:1). Der eingewechselte Luuk de Jong staubte in Minute 78 zum Siegestor ab, davor hatten Bruno Fernandes (9./Elfer/ManUnited) und Suso (26.) getroffen. Die Briten hatten zuvor die zweite Hälfte dominiert und viele Chancen ausgelassen. Sevillas Gegner im Finale wurde am Montagabend zwischen Inter Mailand und Schachtar Donezk ermittelt. Das Finale geht am Freitag (21 Uhr) in Köln in Szene.

Der Rekordsieger des zweitwichtigsten europäischen Klubbewerbs kann damit seine Erfolgsserie weiter ausbauen: Der ehemalige Klub von ÖFB-Rekordschützen Toni Polster hat die Trophäe bereits fünf Mal geholt - 2006 und 2007 noch als Uefa-Pokal, 2014, 2015 und 2016 gelang der Hattrick in der Europa League. Zu denken sollte dem Finalgegner jedenfalls geben, dass die Andalusier noch jedes Europacup-Endspiel für sich entschieden haben.

Sevilla-Trainer Julen Lopetegui lobte aber nach dem hart erkämpften Semifinalerfolg auch den Gegner. "Das ist das Manchester United, das wir in den vergangenen Jahren gesehen haben, und das Team in der besten Form in England. Also ist es normal, dass wir leiden mussten", sagte der ehemalige spanische Kurzzeit-Nationalcoach. Dieser hob vor allem die Teamleistung seiner Truppe hervor. "Wenn du ein Team wie United in einem Semifinale schlägst, dann musst du das als eine Einheit tun. Das haben wir heute Abend getan. Ich bin wirklich stolz auf mein Team." Auch für den Abschluss am Freitag ist Lopetegui zuversichtlich: "Wir freuen uns sehr auf das Finale, aber das wird das bisher härteste Spiel, und müssen uns gut darauf vorbereiten.

Für LASK-Bezwinger Manchester United endete eine an sich erfolgreiche Saison mit Rang drei in der Premier League bitter. Entscheidend war wohl, dass alte Schwächen in der entscheidenden Phase zurückgekehrt sind. Darum will Manchester-Coach Ole Gunnar Solskjaer seinen Kader für die nächste Saison verstärken. "Ich kann nicht sagen, wann oder ob es Transfers geben wird, aber wir sehen uns um. Die Spieler haben so hart gearbeitet, haben die richtige Mentalität gezeigt, aber wir müssen die Tiefe unseres Kaders stärken", meinte der Norweger.

Trotz einer erfolgreichen Saison fehlte ManUnited doch das i-Tüpfelchen: Aus im englischen FA-Cup und im Ligapokal - so wie nun in der Europa League im Halbfinale. Das genügt den Ansprüchen des englischen Rekordmeisters (20 Titel) nicht.

"Eine Stufe höher kommen"

Auszumerzen gilt es alte Schwächen: mauer Abschluss und schlampiges Verteidigen. Dies hatte United in der Anfangsphase der Premier League schon Punkte gekostet. Gegen Sevilla war es am Sonntag ähnlich. Manchester-Legende Rio Ferdinand fasste es auf Twitter treffend zusammen: "Wenn du deine Chancen nicht nutzt, wirst du bestraft. Wenn du nicht gut verteidigst, wirst du bestraft. Da braucht es heute Abend keine Analysen", so Ferdinand.

Harry Maguire, der im Vorjahr für (88,72 Millionen Euro) von Leicester City geholt worden war, übte Selbstkritik: "Verlieren ist nicht zu akzeptieren. Ins Semifinale zu kommen, ist nicht akzeptabel. Wir müssen es eine Stufe höher schaffen", sagte der 27-jährige Innenverteidiger.