Spekulationen um Lionel Messi, Trainer Quique Setien weg - und nun auch Sportdirektor Eric Abidal weg. Beim FC Barcelona geht es derzeit drunter und drüber. Wenige Tage nach dem 2:8 gegen den FC Bayern im Champions-League-Viertelfinale und einen Tag nach der Freistellung von Setien gaben die Katalanen auch die Trennung von Abidal bekannt. Dafür gibt's einen neuen Trainer: Ronald Koeman.

Der französische Ex-Profi, der als Spieler mit dem Klub zweimal die Champions League gewonnen hatte, war auf diesem Posten seit zwei Jahren im Amt. Ihm wurden von Kritikern Fehlentscheidungen auf dem Transfersektor angelastet. Der 40-Jährige soll auch mit seinem ehemaligen Mitspieler Lionel Messi im Clinch gelegen sein. Erwartet wurde, dass Abidal bereits am Montag gemeinsam mit Setien gehen muss.

Koeman vermutlich neuer Trainer

Neuer Trainer wird vermutlich der Niederländer Ronald Koeman. Das bestätigte am Dienstagabend Barca-Präsident Josep Bartomeu und sprach von einer bevorstehenden Einigung. "Wenn nichts passiert, wird Koeman neuer Barcelona-Trainer", sagte Bartomeu im vereinseigenen Club-TV. Die Verhandlungen seien weit fortgeschritten, der Vertrag aber noch nicht unterschrieben.

Koeman spricht derzeit mit dem niederländischen Fußballverband KNVB über die Auflösung seines Vertrages. Der 57-Jährige hat einen laufenden Kontrakt bis zum Ende der Europameisterschaft 2021, bei der Oranje auch auf Österreich trifft. Koemans Vertrag soll eine Klausel enthalten, wonach er sein Arbeitsverhältnis kündigen kann, falls ihn Barcelona verpflichten will. Der ehemalige Libero spielte von 1989 bis 1995 für den FC Barcelona und war mit den Katalanen viermal spanischer Meister und 1992 Meistercup-Sieger.

Unklar ist indessen, wie sich die Änderungen in der sportlichen Führung auf die kolportierten Wechselabsichten Messis auswirken. In den vergangenen Wochen gab es beinahe täglich Gerüchte, weil Messi seiner Unzufriedenheit immer wieder freien Lauf gelassen hatte. Inter und Manchester City, wo Messis Ex-Erfolgstrainer Pep Guardiola arbeitet, waren zuletzt im Gespräch. (art/apa/Reuters)