Paris Saint Germain ist der erste Finalist der diesjährigen Champions League, die schon lange absolviert hätte sein sollen, Coronabedingt aber erst am 23. August in Lissabon ihr Endspiel erlebt. Der französische Meister gewann beim Finalturnier vor leeren Rängen in der portugiesischen Hauptstadt gegen RB Leipzig mit 3:0 und trifft entweder auf Lyon oder Bayern, die am Mittwoch das zweite Halbfinale bestreiten.

Vor mittlerweile neun Jahren hat die Qatar Holding, eine Tochter der Staatsholding, PSG mehrheitlich übernommen, ein Jahr darauf dann gänzlich. Seither flossen sehr, sehr viele Millionen nach Paris, mehr als der Fußballgott erlaubt, und sogar die Uefa ließ die Investitionen prüfen, erkannte aber bisher keinen Verstoß gegen das Financial Fairplay. Sieben Meistertitel kamen seither heraus, in der Champions League kam Paris aber bisher nie über das Viertelfinale hinaus.

Keine Chance für Leipzig

Qarar investierte mehr und mehr, und in dieser durch das Coronavirus vermaledeiten Saison klappte es nun erstmals. Dass ab dem Viertelfinale kein Rückspiel stattfand, dürfte auch kein Nachteil gewesen sein, immerhin hat PSG vor drei Jahren einmal ein 4:0 (gegen Barcelona) aus der Hand gegeben. Über Dortmund und Atalanta gelangen die Franzosen diesmal zu RB Leipzig, das im Semifinale chancenlos war.

Zwar verbuchten die Deutschen die erste Halbchance, Paris antwortete aber via Neymar gleich mit einem Stangenschuss, dem postwendend ein wegen Hands aberkanntes Tor folgte. Vor ein paar Jahren wäre die Regelauslegung bei dem angeschossenen Oberarmstreifschuss noch eine andere gewesen. Doch Paris traf wenig später nach einem Freistoß und einer sogenannten Zuckerflanke von Neymar zum 1:0 durch Marquinhos.

Frühe Entscheidung

Die Pariser Abwehr war infolge nicht wahnsinnig beansprucht, jene Leipzigs umso mehr. Immer wieder gelang es PSG, das Spiel sehr breit und über die Flanken viel Druck zu machen. Vor der Pause traf dann Ángel Di María nach einem fehlerhaften Ausschuss von Keeper Peter Gulacsi und einer – wie soll man es beschreiben? - eingesprungenen Ferserlweiterleitung von Neymar zum 2:0 (42.).

Die Partie war dann schnell nach der Pause entschieden, als Juan Bernat erneut per Kopf das 3:0 erzielte. Leipzigs Nordi Mukiele war zuvor weggerutscht, eventuell sogar etwas gefoult worden, aber offenbar zu wenig, als dass Schiedsrichter Björn Kuipers gepfiffen oder sich die Videoreferees gemeldet hätten. Der Vorsprung reichte PSG, die Leipziger waren dann noch bemüht wenigstens anzuschreiben. Gelungen ist es ihnen nicht mehr. (sir)