Auch mit ein bisschen Glück haben sich David Alaba und der FC Bayern am Mittwoch ins Finale der Champions League gespielt. Fünf Tage nach der leichtfüßigen 8:2-Gala gegen den FC Barcelona waren die Münchner beim 3:0 über Olympique Lyon ganz anders gefordert, erst Doppelpacker Serge Gnabry brachte die Dominanz zurück. "Wir haben in keiner Sekunde an uns gezweifelt", meinte Alaba freilich.

Der Lohn für den Münchner Expresszug, der gegen den Überraschungshalbfinalisten das 20. Pflichtspiel in Folge (und das 10. in der Königsklasse) gewonnen hat, ist nun das Endspiel am Sonntagabend gegen Paris Saint-Germain. Bei den Bayern glänzte am Mittwoch vor allem Gnabry. Mit einem Supertor (18.) brachte er die Deutschen auf die Siegerstraße, mit einem Abstauber (33.) sorgte er für die Vorentscheidung - all das nach einer holprigen und durchaus gefährlichen Anfangsphase mit einem klaren Chancenplus für Lyon. "Gerade in den ersten Minuten haben wir das Ganze mit Glück überstanden", sagte Trainer Hansi Flick. "Letztendlich war die Einzelleistung von Serge Gnabry eine Beruhigung im Spiel. Das hat uns die Sicherheit gegeben." Gnabry selbst gestand, dass man zu Beginn "auch ein bisschen Glück" gehabt habe. "Sie waren sehr aggressiv, man hat gemerkt, dass sie gewinnen wollen. Einmal hat Manu (Neuer, Anm.) gut gehalten, einmal hatten wir Glück." Im Endspiel werden die Augen nun besonders auf den Doppeltorschützen gerichtet sein. "Gnabry wird eine der großen Bedrohungen für PSG sein", schrieb am Donnerstag Frankreichs Sportzeitung "L’Equipe".

Weniger begeistert zeigte sich Flick freilich von einigen Defensivaktionen seine Truppe, die von den PSG-Superstars Neymar und Kylian Mbappe effizienter ausgenutzt werden könnten: "Wir haben viele Ballverluste gehabt, die wir abstellen müssen. Klar ist es so, dass wir die Räume hinter der Abwehr nicht so gut verteidigt haben, wie wir das kennen", befand der 55-Jährige.

Ähnlich äußerte sich Alaba: "Wir wussten im Vorhinein, dass es kein einfaches Spiel ist, dass Lyon eine Mentalität auf den Platz bringt, die nicht immer sehr angenehm ist", meinte der Abwehrchef. Allerdings: "Wir spielen ein Spiel mit hohem Risiko. Wir stehen sehr hoch. Immer jeden Ball zu verteidigen, ist nicht einfach", erklärte der Wiener.(may/apa)