Die Zukunft von David Alaba wurde auch beim Finalturnier der Champions League in Lissabon nicht gelüftet. Vor dem Endspiel des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain am Sonntag wiederholte der Wiener mantraartig, den Fokus voll auf das Turnier zu richten. Er habe sich "komplett abgekapselt". Im Hintergrund feilschen die Münchner Bosse freilich mit Alabas Berater Pini Zahavi um einen neuen Vertrag.

Könnte Alaba gegen PSG zum letzten Mal im Bayern-Trikot zu sehen sein? Ein Abgang ist weiter ebenso möglich wie ein neuer Top-Vertrag für den bis kommenden Sommer an den Verein gebundenen Wiener. Für den 28-jährigen Alaba ergibt sich die Chance, bei einem langfristigen Vertrag noch einmal groß zu verdienen. Laut Medienberichten pokert Zahavi um ein Jahresgehalt von 20 Millionen Euro für seinen Klienten. Dies verdient bei den Bayern nur Robert Lewandowski. Auch bei dessen Vertragsverlängerung im Vorjahr hatte Zahavi seine Finger im Spiel.

Zuletzt soll es eine Annäherung mit dem Klub gegeben haben. Vorstand Oliver Kahn zeigte sich nach dem 3:0 im Halbfinale gegen Olympique Lyon "sehr, sehr optimistisch", dass Alaba bleibt. Es habe zuletzt häufig Gespräche mit dem Spieler und seinen Beratern gegeben. "Die Atmosphäre war sehr, sehr angenehm. Wir nähern uns an", sagte Kahn am Donnerstag. "Es ist kein Geheimnis, dass wir als Klub alles versuchen, um David beim Klub zu halten. Und David selber weiß auch, was er auch jetzt gerade in diesen Zeiten an Bayern München hat."

Alaba bereitete sich derweilen auf den Vergleich mit Neymar und Co. vor. Siegt der zum Abwehrchef umfunktionierte Wiener mit seinem Team gegen PSG und holt damit wie 2013 das Triple, darf Alaba seiner Sammlung einen weiteren Titel hinzufügen. Neunfacher deutscher Meister, sechsfacher Sieger im DFB-Pokal, viermal deutscher Supercup-Sieger und einmal (2014) die Klub-WM lautet die bisherige Ausbeute.Nur Thomas Müller hat einen Supercup-Sieg mehr am Konto. Bayern-Legenden wie Franz Beckenbauer und "Bomber" Gerd Müller waren zwar im Europacup erfolgreicher (Landesmeister-Pokale 1974 bis 1976), holten aber nur jeweils viermal die deutsche Meisterschaft.

Nach dem Champions-League-Finale verabschieden sich die Bayern jedenfalls in eine kurze Erholungsphase. Das erste Spielin der neuen Saison der deutschen Bundesliga bestreitet der Titelverteidiger zum Abschluss der ersten Runde am 21. September. Die erste Runde im DFB-Pokal wird eine Woche davor ausgetragen.

Alaba ist übrigens der einzige Österreicher, der aktiv ein Champions-League-Finale gewinnen konnte. Nach seiner Gelbsperre beim "Finale dahoam" 2012 durfte er 2013 bei seinem ersten Endspiel nach dem 2:1-Finalerfolg in Wembley gegen Dortmund den Henkelpokal stemmen. Wolfgang Feiersinger indes sah den Finaltriumph des BVB anno 1997 (3:1 über Juventus) nur von der Tribüne aus, nachdem er freilich zuvor in der Königsklasse als Libero überzeugt hatte.(apa/may)