Rekordgewinner FC Sevilla hat die Fußball-Europa-League beziehungsweise deren Vorgängerbewerb Uefa-Cup zum sechsten Mal nach 2006, 2007, 2014, 2015 und 2016 gewonnen. Im Finale von Köln setzten sich die Spanier am Freitag gegen Inter Mailand mit 3:2 (2:2) durch und haben damit weiter kein einziges Europa-League-Finale verloren. Mann des Abends war Abwehrmann Luuk de Jong mit einem Doppelpack (12., 33.).

Inters Stürmerstar Romelu Lukaku konnte der Partie vor leerem Haus nicht seinen Stempel aufdrücken, auch wenn er die frühe Führung vom Elfmeterpunkt (5.) besorgte. Beim entscheidenden dritten Sevilla-Tor durch Diego Carlos (74.) hatte der über weite Strecken des Spiels recht unscheinbare 27-Jährige zudem seinen Fuß unglücklich im Spiel.

Für Italien heißt es weiter Warten

Dennoch egalisierte Lukaku mit seinem Penalty-Tor einen Vereinsrekord von Inter. Es war in den verschiedenen Wettbewerben das 34. Saisontor des Belgiers. Auf ebenso viele Treffer hatte es bei den Nerazzurri vor 22 Jahren der Brasilianer Ronaldo gebracht. Italien muss damit weiter auf den ersten Titel im kleinen Europacup seit Parma 1999 warten.

Die packende, abwechslungsreiche, hart umkämpfte Partie begann in der dritten Minute mit einem Paukenschlag. Diego Carlos, der schon im Halbfinale gegen Manchester United eine Elfer verschuldet hatte, war gegen "Maschine" Lukaku machtlos und konnte sich nur noch mit einem etwas plumpen Foul helfen: Der zu Fall Gebrachte verwertete selbst sicher. Damit traf er auch im elften Europa-League-Spiel in Folge und baute seine eigene Bestmarke weiter aus.

Sevilla reagierte aber wach, strahlte Gefahr aus und kam nur wenig später durch einen Flugkopfball von de Jong nach einer Flanke zum verdienten Ausgleich. Schon rund eine Viertelstunde danach sollte sich endgültig zeigen, dass Sevilla-Coach Julen Lopetegui mit der Hereinnahme des Siegtorschützen gegen ManUnited den richtigen Riecher bewiesen hatte: Nach einem Freistoß war der 29-Jährige neuerlich per Kopf zum 2:1 zur Stelle. Ein weiterer Standard brachte dann sogar noch den vierten Treffer vor der Pause, Godin nickte infolge eines Brozovic-Freistoßes vom Fünfer ein.

Partie flachte ab

Die zweite Hälfte konnte mit dem Tempo der ersten nicht mithalten, war lange auch nicht ansatzweise so unterhaltsam. Chancen gab es kaum, ehe kurz vor Beginn der Schlussviertelstunde einmal mehr ein Freistoß die Entscheidung brachte: Carlos übernahm den mangelhaft geklärten Standard per Fallrückzieher und stellte die Führung der Andalusier wieder her - allerdings auch unter Mithilfe von Lukaku, von dessen Fuß der Ball ins Tor prallte. Die UefaA schrieb das Tor aber Carlos zu.

Inter konnte in der Endphase nicht mehr entscheidend zusetzen. Trainer Antonio Conte brachte zwar postwendend Christian Eriksen, Victor Moses und Alexis Sanchez, echte Möglichkeiten auf den Ausgleich blieben aber aus - nur in der 82. Minute wurde es noch einmal heiß, als Jules Kounde den Ball in letzter Sekunde vor der Linie wegschlagen konnte. (apa)