Sturm Graz ist in Sachen Coronavirus offenbar mit zwei blauen Augen davongekommen. Beiden positiv getesteten Spielern geht es laut dem Verein gut, einer von ihnen steigt heute, Freitag, wieder ins Mannschaftstraining ein, der zweite soll am Dienstag folgen. Eine Rückkehr aufs Feld wird es für beide aber erst nach dem ersten Cupspiel gegen den SV Innsbruck (Tiroler Landesliga) geben. "Wer mich kennt, weiß, dass ohne Training ein Matcheinsatz für mich nicht infrage kommt", betont Christian Ilzer, der beim Debüt als neuer Sturm-Trainer auch auf Linksverteidiger Vincent Trummer (operierter Kreuzband- und Meniskusriss) verzichten muss, vor dem Spiel (20.15 Uhr, ORF Sport +). Auch wenn sich alle seine Spieler gesund fühlen, beschäftigt das Thema Corona freilich Ilzer und seine Mannschaft: "Es war für das ganze Team eine Situation, die man im Kopf erst wegstecken muss. Das Thema war nach den positiven Fällen in den Köpfen natürlich stärker verankert."

So wie die anderen Bundesligisten sind auch die Grazer in der ersten Runde des ÖFB-Cups unter Siegzwang, wobei sie die mit Abstand größte moralische Unterstützung haben werden. Während nämlich bei den ersten Spielen seit März, zu denen wieder zahlende Besucher zugelassen sind, in den übrigen Stadien maximal je 1250 Fans erlaubt sind, lassen die lokalen Behörden in die Grazer Merkur Arena bis zu 7260 Personen, also weit mehr, als die bundesweite Corona-Lockerungsverordnung vorsieht.

Austria ohne Brust-Sponsor, Rapid kann aufatmen

Nicht nur Sturm kann auf den Heimvorteil bauen, auch Ilzers Ex-Klub, die Wiener Austria, tritt zuhause gegen den Landesligisten SC Retz an (Sonntag, 11 Uhr, ORF Sport +). Unter den violetten Fans sorgte die Präsentation der neuen Tríkots am Donnerstag für Aufregung, weil auf den violetten Leibchen (noch) ein Brust-Sponsor fehlt. Auch dass die Auswärts-Dressen in der neuen Saison gelb statt weiß sind, stößt so manchem Austrianer sauer auf.

Im Gegensatz dazu hat der LASK, der am Samstag beim Landesligisten ASV Siegendorf (20.15 Uhr, ORF Sport +) gastiert, auf der Reise ins Burgenland einen neuen Sponsor im Gepäck. Und zwar ein Gebäck: "Backaldrin Kornspitz" steht ab jetzt auf den schwarz-weiß gestreiften Trikots. Auch der Meister fährt in die Fremde: Salzburg ist am Samstag (16.15 Uhr, ORF 1) auf Schwarz Weiß Bregenz (Eliteliga Vorarlberg) zu Gast.

Der WAC hingegen darf heute, Freitag (17.45 Uhr, ORF Sport +) gegen den Regionalligisten SC Neusiedl am See daheim spielen. Und auch Rapid empfängt am Sonntagnachmittag (17.15 Uhr, ORF 1) zuhause den Regionalligisten T.S.V. St. Johann im Pongau. Trainer Dietmar Kühbauer und seine Spieler können ein bisschen aufatmen. Mit dem wichtigen 1:0-Sieg vom Mittwoch im leeren Stadion Kranjceviceva gegen Lok Zagreb in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League haben sie sich nicht nur die Teilnahme an der Europacup-Gruppenphase gesichert, sondern der Klub darf nun auch wieder mit Millioneneinnahmen planen. "Zumindest die Europa League haben wir fix, von daher sind wir sportlich und wirtschaftlich auf der sicheren Seite", so Kühbauer.

Mehrere Cupspiele wegen Corona verschoben

Nicht alle geplanten Cupspiele werden wie geplant stattfinden. Mehrere Erstrundenduelle unterklassiger Vereine mussten wegen positiver Corona-Tests verschoben werden. Die Partie Vorwärts Steyr vs. ASK/BSC Bruck/Leitha musste ebenso abgesagt werden wie Gurten vs. Altach, Weiz vs. Elektra, Wallern/ASV St. Marienkirchen vs. Reichenau-Innsbruck und Wiener Sport-Club vs. St. Jakob im Rosental.