Über der am Freitag mit der Partie Rapid gegen Admira (18.30 Uhr/Sky) beginnenden neuen Bundesliga-Saison schwebt ein Damoklesschwert. Das den Namen Corona-Ampel trägt. Denn dadurch könnten sich die maximal zugelassenen Zuschauerzahlen (nur bei Rapid und Salzburg darf das Maximum von 10.000 Fans ausgeschöpft werden) lokal und kurzfristig reduzieren. Kurz vor Ligabeginn ist aber noch ungeklärt, wie etwa die Klubs bei Umschalten der Ampel - immer freitags kommuniziert - reagieren müssten. Soll heißen: Müssen quasi über Nacht, bei Spielen am Samstag oder Sonntag, geringere Zuschauermengen und andere Maßnahmen umgesetzt werden?

Davon geht Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer zumindest derzeit noch nicht aus, da die konkrete gesetzliche Regelung noch nicht vom Nationalrat beschlossen wurde. "Wir werden noch einmal an das Gesundheitsministerium herantreten, mit der Bitte um eine endgültige Klärung", erläuterte Ebenbauer am Mittwoch. In puncto Auswärtsfans konnte der Wiener aber keine frohe Botschaft verkünden: Bis Jahresende wird es diese Möglichkeit in den Bundesliga-Stadien sicher nicht geben - "und, wie ich befürchte, auch darüber hinaus".

Werbewert massiv gestiegen

Zumindest eine Frohbotschaft gab es aber schon: Das Coronavirus hat der Bundesliga einen Rekord-Werbewert beschert. Laut Analysen des Focus-Instituts erzielte die Saison 2019/20 im heimischen Oberhaus über alle Medien ein Plus von 25 Prozent im Vergleich zur Vorsaison. Grund dafür war den Marktforschern zufolge die Vorreiterrolle der Bundesliga mit Geisterspielen bis in den Juli, während andere Sportarten praktisch nicht stattfanden. Nach den Monaten mit teilweise sehr strikten Einschränkungen im März, April und Mai sei die Sehnsucht nach positiv aufgeladener Berichterstattung enorm gewesen, erklärte Marcel Grell von Focus.

Ebenbauer würde sich indes sogar darüber freuen, "wenn wir nächstes Jahr vielleicht sinken, aber dadurch eine normale Saison hätten". Sein größter Wunsch sei, dass alle Partien in der neuen Spielzeit planmäßig durchgeführt werden können.