Wenn am Donnerstag um 20 Uhr (ORF Sport+) der Anpfiff zum Europa-League-Qualifikationsspiel zwischen dem TSV Hartberg und dem polnischen Erstligisten Piast Gliwice erfolgt, dann sind exakt 1.203 Tage vergangen, seit Daniel Gremsl und Roko Mislov die Hartberger in der Regionalliga mit einem 2:0-Erfolg gegen Kalsdorf zum Meistertitel schossen. Doch dieser Sieg am 2. Juni 2017 - verbunden mit dem Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse Österreichs - sollte erst der Beginn von etwas ganz Großem sein.

Denn in den darauffolgenden Jahren erfolgte nicht nur der lang ersehnte Aufstieg in die Tipico-Bundesliga, sondern nach einer fantastischen Saison 2019/20 nun auch der erstmalige Einzug in die Qualifikationsrunde der Europa League. Dementsprechend "riesig" sei die Vorfreude auf das allererste internationale Match in der Vereinsgeschichte des steirischen Sportklubs, so Hartberg-Trainer Markus Schopp. "Wir haben uns das absolut verdient. Dieses Spiel ist die Krönung der letzten Saison", meinte der geborene Steirer im Vorfeld des geschichtsträchtigen Duells.

Polen mit besserer Bilanz

Trotz guten Saisonbeginns - nach dem 7:0-Erfolg gegen den Dornbirner SV in der ersten Runde des ÖFB-Cups gab es zum Ligastart am Wochenende ein 1:1-Unentschieden gegen Altach - sieht sich Hartberg in der Rolle des Außenseiters. "Aber damit können wir umgehen, weil uns das die letzten zwei Jahre in der Bundesliga begleitet hat", ist sich Coach Schopp sicher. Da der Gegner aus Gleiwitz allerdings einen misslungenen Auftakt in die neue Meisterschaft zu verzeichnen hatte und aus den ersten drei Runden gerade einmal einen einzigen Punkt holen konnte, darf ein offener Schlagabtausch in einem wegen der Corona-Pandemie weitgehend leeren Stadion erwartet werden. Geht es nach dem TSV Hartberg, so soll die bisher negative Europacup-Bilanz heimischer Vereine gegen polnische Klubs - in den bisherigen vierzehn K.o.-Duellen gingen die Polen neun Mal als Sieger vom Platz - in Gleiwitz ein wenig aufpoliert werden.

Sollte den Hartbergern gegen Piast Gliwice tatsächlich ein Sieg gelingen, so würde es in der kommende Woche anstehenden dritten Qualifikationsrunde auswärts gegen den Sieger aus der Partie IFK Göteborg gegen FC Kopenhagen gehen. "Doch dafür bedarf es einer kompakten Teamleistung. Jetzt liegt es an uns, was wir aus diesem Moment machen, ob wir ihn nur genießen wollen oder uns der Herausforderung stellen", erklärte Schopp und stellte gleichzeitig klar: "Ich erwarte mir Mut und Courage."(ana/apa)