Luis Suárez möchte man zur Zeit auch nicht sein. Gut, Gehalt und Ruhm als Profifußballer sollten Trost genug sein, doch aktuell hat der Uruguayer ordentlich Ärger am Hals. Da wären zum einen die ständigen Wickel bei seinem Arbeitgeber, dem FC Barcelona, zum anderen hat sein Italienisch-Test in Perugia aus der Vorwoche nun sogar Ermittlungen ausgelöst.

Solche sind Fußballer ja prinzipiell gewöhnt, schließlich wurden nicht wenige schon wegen Steuerbetrugs verurteilt. In Suárez' Fall haben sie aber einen eher kuriosen Hintergrund: Er soll nämlich bei der Prüfung an der Universität geschummelt haben.

Nachdem bei dem Test Unregelmäßigkeiten aufgetaucht waren, leiteten die italienischen Behörden eigenen Angaben zufolge am Dienstag Ermittlungen ein. Demnach soll Suárez vor der Prüfung an der Universität für Ausländer mit den Professoren die Prüfungsinhalte besprochen haben.

Spott und Häme statt Wechsel zu Juve

Auch seine Punktzahl sei bereits vor dem Beginn des Tests festgestanden, teilte die Staatsanwaltschaft in Perugia mit. In den Räumen der Universität wurden mehrere Dokumente beschlagnahmt. Ermittelt wird gegen die Rektorin und gegen den Generaldirektor der Universität - jedoch nicht gegen Suarez selbst. Der bekommt nun immerhin Negativschlagzeilen und Häme ab.

Der Sprachtest, den der Stürmer absolvierte, ist Voraussetzung für die Erlangung der italienischen Staatsbürgerschaft. Um diese hatte sich Suárez wohl wegen der Option eines Wechsels zu Juventus Turin bemüht, da der Serie-A-Klub seine beiden Kaderplätze für nicht EU-Ausländer bereits vergeben hatte. Suarez' Ehefrau ist die Tochter eines nach Uruguay ausgewanderten Italieners. Von Suárez gab es zunächst keine Äußerung zu den Vorwürfen. Juventus verpflichtete am Dienstag den spanischen Stürmer Alvaro Morata. Suárez ist nun bei dessen Ex-Klub Atletico Madrid im Gespräch. (apa/dpa/art)