Red Bull Salzburg hat die besten Chancen auf die zweite Teilnahme an der Gruppenphase der Fußball-Champions-League in Folge. Österreichs Serienmeister gewann das Hinspiel des Play-off zur "Königsklasse" am Dienstagabend bei Maccabi Tel Aviv nach 0:1-Rückstand noch mit 2:1. Damit haben die Schützlinge von Chefcoach Jesse Marsch in einer Woche in der zweiten Partie in Wals-Siezenheim alle Trümpfe in der eigenen Hand. Selbst eine 0:1-Niederlage würde für den Aufstieg reichen.

Dass beim Gegner gleich neun Kaderspieler nach positiven Coronatests passen mussten, wussten die Salzburger zunächst allerdings überhaupt nicht auszunutzen. Denn die neu formierten Gastgeber, angetreten in einem defensiven 5-4-1, ließen sich auf einen offenen Schlagabtausch erst gar nicht ein - und gingen in der 9. Minute in Führung: Der unerfahrene Eylon Almog bediente mit einem Traumpass Dan Biton, der Cican Stankovic mit einem feinen Heber keine Chance ließ.

Die Salzburger hatten zuvor zwar die Startphase dominiert, dabei aber die notwendige Präzision im Passspiel vermissen lassen. Besser wurde das vor der Pause nicht. Ein überlegter Innenrist-Schuss von Szoboszlai nach Okugawa-Flanke, den ein Israeli für seinen geschlagenen Goalie vor der Linie klärte (15.), war lange Zeit der größte Aufreger.

Dabei konnte Salzburg-Trainer Jesse Marsch mit Ausnahme des daheimgebliebenen Zlatko Junuzovic (Muskelfaserriss im Oberschenkel) die Einserformation im Bloomberg Stadion aufbieten. Im Sturm erhielt neben Patson Daka dieses Mal wieder Mergim Berisha den Vorzug gegenüber Sekou Koita. Auch ÖFB-Teamverteidiger Maximilian Wöber war nach überstandener Knieblessur wieder dabei.

Die Partie in neun Minuten gedreht

Der Ausgleich fiel früh in der zweiten Hälfte. Daka spielte gegen Matan Baltaxa im Strafraum seine Geschwindigkeitsvorteile aus (48.), der englische Topreferee Michael Oliver zeigte nach dem Kontakt auf den Punkt. Szoboszlai verwertete den Elfmeter mit Glück. Tenenbaum war zwar mit den Händen dran, lenkte den Ball aber via Innenstange ins Tor (49.).

Der von Marsch anvisierte Tempovortrag seiner Elf funktionierte in dieser Phase auch dank der Hereinnahme des weitaus mobileren Koita für Berisha gut. Sinnbildlich dafür das 2:1 in der 57. Minute, als Koita den Ball nach einem öffnenden Pass von Szoboszlai querlegte und Okugawa nur noch den Fuß hinhalten musste. Binnen neun Minuten war die Partie gedreht.

Daka hatte im Anschluss nach Koita-Lochpass das 3:1 auf dem Fuß, scheiterte mit einem schwachen Abschluss aber an Tanenbaum (68.). Auf der Gegenseite überraschte Biton beinahe Stankovic mit einem aufs kurze Eck getretenen Freistoß an die Außenstange. Der inzwischen eingewechselte Itay Shechter vergab die Großchance auf das 2:2 kläglich (77.). Im Gegenzug tauchte Tenenbaum gegen Mwepus Schuss erfolgreich ab (78).

In der Schlussphase ließen sich die Salzburger hinten reindrängen, behaupteten sich im Finish aber wieder. "Joker" Noah Okafor traf in der Nachspielzeit aus zentraler Position sogar noch die Außenstange. (apa)