Die Umkrempelungsaktion beim FC Barcelona schreitet munter voran. Nachdem erst vor zwei Tagen der Wechsel von Arturo Vidal zu Inter bekanntgegeben worden war, gaben die Katalanen am Donnerstag auch Luis Suárez ab. Der Urugayer, der sich gleich bei dessen Amtsantritt mit dem neuen Trainer Ronald Koeman überworfen hatte, spielt in den kommenden beiden Saisonen beim Liga-Rivalen Atletico Madrid, wie die beiden Vereine bekanntgaben. Demnach fließen für das Geschäft sieben Millionen Euro an Bonuszahlungen von Atletico an Barca. Suarez gilt als enger Vertrauter des sechsfachen Weltfußballers Lionel Messi, um den sich zuletzt ebenfalls Wechselspekulationen rankten.

Suarez selbst war zuletzt auch anderweitig ins Gespräch gekommen: Er galt eine Zeit lang als Kandidat auf die Nachfolge von Gonzalo Higuain bei Juventus und absolvierte sogar einen Sprachkurs, um die italienische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Allerdings soll er vor seiner Prüfung Absprachen mit den Professoren getroffen haben, weswegen die Behörden sogar Ermittlungen gegen Vertreter der Universität von Perugia aufgenommen haben.

Ein Transfer Messis scheiterte indessen an der festgeschriebenen Ablösesumme von 700 Millionen Euro. Messi selbst sah sich zwar im Recht, betonte in einem Interview aber, nicht gegen seinen Verein vor Gericht ziehen zu wollen. Die Querelen beim FC Barcelona dürften damit aber nicht beendet sein, trotz seines Verbleibs - Messis Vertrag läuft noch bis kommenden Sommer - hat er harte Kritik an der Klubführung beziehungsweise Präsident Josep Bartomeu geäußert. Nach Vidals Wechsel hatte er sich in einer emotionalen Abschiedsbotschaft an ihn gewendet.

Berlusconi-Klub holt Kevin-Prince Boateng

Auch sonst dreht sich das Transferkarussell im internationalen Fußball weiter. Der italienische Zweitligist AC Monza, der seit zwei Jahren im Besitz des italienischen Zweitligisten Silvio Berlusconi steht, verpflichtete den ghanaischen Teamspieler Kevin-Prince Boateng, der durch seine Zeit in der deutschen Bundesliga sowie seine Attacke an Michael Ballack kurz vor der WM 2010 bekannt geworden ist. Der Bruder von Bayern-Star Jerome Boateng war zuletzt vom Serie-A-Klub Fiorentina an Besiktas Istanbul verliehen, nun soll er Monza zum Erreichen der höchsten Spielklasse verhelfen.

Der englische Spitzenklub Chelsea ist indessen auf der Torwartposition aktiv geworden. Der senegalische Teamgoalie Edouard Mendy kommt für rund 25 Millionen Euro von Stade Rennes. Er erhielt einen Fünfjahresvertrag bei den Blues und soll den in die Kritik geratenen Spanier Kepa Arrizabalaga ersetzen. (art)