Trennt sich etwa jetzt schon die Spreu vom Weizen? Immerhin, dass Red Bull Salzburg nach der dritten Bunderligarunde makellos mit neun Zählern in der Tabelle vorne liegen würde - geschenkt. Auch stimmt die Performance von Vizemeister Rapid und Doch-nicht-Meister LASK, die sich am Wochenende problemlos gegen St. Pölten und WAC durchsetzten. Nicht so ganz nach Plan läuft es hingegen für die von Peter Stöger trainierte Wiener Austria. Das zeigte der Sonntag mit einem 2:2-Unentschieden gegen die Admira, bei dem die Favoritener gleich zweimal eine Führung und die Chance auf den zweiten Heimsieg binnen einer Woche leichtfertig aus der Hand gaben.

Eine phasenweise ansprechende Leistung der Austria resultierte so in nur einem Punkt. "Wir haben freilich auch gute Sachen gemacht, aber das interessiert nach einem 2:2 gegen die Admira zuhause niemanden", meinte Stöger. Der Trainer sprach deshalb lieber über die Gründe, warum aus dem erwarteten Pflichtsieg nach jenem gegen Ried aus seiner Sicht nichts geworden ist. Das Wort, das er dabei öfters bemühte, war "Konsequenz". "Offensiv nachlegen, die Chancen nutzen. Oder so verteidigen, wie es gehört, wenn du es offensiv zuvor nicht erledigt hast. Beides war nicht optimal", analysierte der Ex-Dortmund-Coach.

Dabei fand seine Elf extrem gut ins Spiel, das mit dem Tor durch Christoph Monschein (8.) auch in eine für Violett angenehme Richtung kippte. Gegen eine Admira, die zwei hohe Auftaktniederlagen und einen Trainerwechsel zu verdauen hatte, wurde aber nicht nachgelegt. "So nach 20 Minuten haben wir den Bereich der Arbeit eingestellt. Dann ist es auch keine Überraschung, dass du die ein oder andere Situation im eigenen Strafraum hast, wo dann auch der Ausgleich kommt", monierte Stöger. Dieser fiel durch Erwin Hoffer (28.) und wirkte beim 2:2 von Maximilian Breunig (87.) wie ein Deja-vu. "Wir hatten zwei, drei Mal die Möglichkeit, das Spiel fertig zu machen. Das ist uns nicht gelungen", sagte Stöger. "Wenn du das leichtfertig hergibst, hast du es nicht verdient, in der Bundesliga drei Punkte zu machen."

Nach WAC ist vor Sporting

Das gilt auch für Sturm Graz. Für die Steirer wäre beim 1:1 in Hartberg mehr möglich gewesen, fiel doch der Ausgleich erst in der 94. Minute. Ex-Austria-Trainer Christian Ilzer hielt es ähnlich wie Stöger und stellte nach dem dritten Remis in drei Spielen fest: "Wir haben in der ersten Halbzeit das Spiel komplett unter Kontrolle gehabt." Obwohl ein mögliches 2:0 durch Bekim Balaj wegen einer schwer aufzulösenden Abseitssituation aberkannt wurde, musste auch Ilzer nach einer ausgeglichenen Partie eingestehen: "Wir müssen uns auch selbst bei der Nase nehmen und aus den vielen Kontersituationen ein Tor machen, dann wäre der Deckel drauf gewesen." Der Deckel aber hielt nicht, in der vierten Minute der Nachspielzeit fiel das 1:1 durch einen von Dario Tadic verwandelten Elfmeter. Und so wartet Ilzer weiter auf das erste richtige Erfolgserlebnis mit Sturm.

Dagegen darf LASK-Coach Dominik Thalhammer sehr zufrieden sein, kommt doch seine Elf rechtzeitig vor dem Play-off zur Europa League immer besser in Schuss. Das 3:1 am Sonntag in der Bundesliga gegen den WAC und auch das 7:0 drei Tage zuvor in der dritten Qualifikationsrunde gegen Dunajska Streda nähren die Hoffnung der Linzer, wie im Vorjahr in die Gruppenphase einzuziehen, auch wenn am Donnerstag in Lissabon mit Sporting ein hochkarätiger Gegner wartet.

Die Stimmung bei den Linzern ist jedenfalls bestens. "Wir fahren jetzt mit einem ganz anderen Gefühl nach Lissabon", sagte Husein Balic, Schütze des 1:0 gegen den WAC. "Die sieben Tore am Donnerstag haben viel zu unserem Selbstvertrauen beigetragen", fügte Thalhammer hinzu. Gewonnen ist aber da noch nichts. Die Trennung der Spreu vom Weizen steht im Europacup noch bevor.(rel)