Zuletzt spielte er beim FC Schalke 04 keine Rolle mehr, dabei hatte er sich in seiner ersten Zeit bei den Gelsenkirchenern fast so etwas wie den Status eines Kult-Kickers erworben; der Beiname "Kampfschwein" war eine Auszeichnung für ihn. Nun zieht es den österreichischen Ex-Internationalen Guido Burgstaller zu einem echten Kult-Klub - wenn auch eine Etage tiefer: Der 31-Jährige, der auf Schalke noch einen Vertrag bis 2022 gehabt hätte, wird künftig für den FC St. Pauli in der zweiten deutschen Liga auf Torjagd gehen. Burgstaller erhält einen Kontrakt bis 2023. Die Hamburger bestätigten am Mittwoch den Wechsel des Österreichers, der schon am Mittwoch ins Training einstieg.

Schalke in der Krise

Trainer Timo Schultz freut sich auf einen "absoluten Mentalitätsspieler, der sich für keinen Weg zu schade ist und weder sich noch den Gegner schont". Burgstaller habe schon bewiesen, dass er weiß, "wo das Tor steht" - was für einen Stürmer schon einmal keine schlechte Voraussetzung ist. Allerdings hat er auf Schalke in der vergangenen Saison in 21 Liga-Spielen kein einziges Mal getroffen. Beim Kiez-Klub will er nun möglichst bald wieder auf dem Platz stehen. "Mir war es in meiner Laufbahn immer wichtig, bei Vereinen mit einer gewissen Tradition zu spielen", sagt er. Die Hamburger liegen nach zwei Runden der zweiten Liga mit einem Sieg und einem Remis auf dem dritten Platz hinter dem Lokalrivalen HSV und Erzgebirge Aue. Die nächste Partie bestreiten sie am Freitag (18.30 Uhr) beim SV Sandhausen.

Ohne Burgstaller will Schalke indessen gegen die Krise ankämpfen. Die Königsblauen haben den schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte hingelegt und zieren mit zwei Niederlagen und einer Tordifferenz von 1:11 das Tabellenende. Nach nur zwei Runden hat der Arbeitgeber von Alessandro Schöpf Trainer David Wagner vor die Türe gesetzt, laut Medienberichten soll es nun Manuel Baum richten. Burgstaller kann das nunmehr egal sein.