Genug gestritten: Das sagt nun ausgerechnet einer, der in den vergangenen Monaten kein gutes Haar an der eigenen Vereinsführung gelassen hat. Doch angesichts der sportlichen Herausforderungen will Lionel Messi nun die Querelen hintanstellen und wieder Einheit beim FC Barcelona demonstrieren. Nun hat sich der Superstar mit einem leidenschaftlichen Appell an die Anhänger gewendet. "Nach so vielen Meinungsverschiedenheiten möchte ich dem ein Ende setzen", sagte der Argentinier in einem Interview der Tageszeitung "Sport" und forderte: "Wir müssen uns als Barcelona-Fans zusammenschließen und daran glauben, dass das Beste noch kommt."

Messi hatte im Sommer signalisiert, seinen Herzensverein nach 20 Jahren verlassen zu wollen. Diese Ankündigung, über die schon lange spekuliert worden war, sorgte für viel Unruhe und großen Ärger beim FC Barcelona, obwohl Messi mehrmals davor - unter anderem nach der Enttäuschung in der Meisterschaft und der 2:8-Demontage durch den späteren Sieger FC Bayern im Viertelfinale der Champions League - seinen Unmut über die Vereinsführung bekundet hatte. Nachdem sein Wechsel aus vertragsrechtlichen Gründen nicht zustande gekommen war, legte er wegen des Umgangs mit Luis Suarez, der von Neo-Coach Ronald Koeman aufs Abstellgleis geschoben worden war, noch nach. Jetzt sagte er, er werde "die Verantwortung für meine Fehler übernehmen" - ohne konkret darauf einzugehen.

"Wenn es die gab, dann geschah es nur mit der Absicht, Barcelona besser und stärker zu machen", versicherte der Kapitän der Katalanen. Er habe immer nur das Beste für die Fans und den Verein gewollt. "Leidenschaft mit Eifer und Motivation zu verbinden, wird der einzige Weg sein, unsere Ziele zu erreichen und immer vereint in die gleiche Richtung zu streben", sagte er.

Schwieriger Umbruch steht bevor

Barcelona hat so oder so eine schwierige Aufgabe vor sich. Nicht nur gilt es, sich für die vergangene Saison zu rehabilitieren, sondern auch, den Umbruch positiv zu gestalten - ohne dabei die eigene Identität aufzugeben.

Um seine Person könnten sich allerdings die nächsten Streitigkeiten ergeben: Ansu Fati. - © APAweb / Reuters, Albert Gea
Um seine Person könnten sich allerdings die nächsten Streitigkeiten ergeben: Ansu Fati. - © APAweb / Reuters, Albert Gea

Eine wesentliche Rolle könnte dabei dem noch nicht einmal 18-jährigen Ansu Fati zukommen, der beim 4:0 zum Auftakt gegen Villarreal zwei Tore erzielt und dabei auch Messi - der aus einem Elfmeter ebenfalls getroffen hat - über weite Strecken die Show gestohlen hat.

Allerdings könnten sich bei ihm die nächsten Unstimmigkeiten ankündigen: Barcelona will den derzeit bis 2022 laufenden Vertrag einseitig bis 2024 verlängern - was Fatis Berater Jorge Mendes nicht gelten lassen will. (art/apa/dpa)