Der WAC, Rapid und Salzburg haben ihr Ticket für eine Europacup-Gruppenphase bereits gebucht, heute, Donnerstag, kann der Linzer ASK nachziehen - und damit einen österreichischen Rekord egalisieren. Nur 2009/10 hat es ein heimisches Klub-Quartett in diese Phase geschafft. Nachdem Meister Salzburg am Mittwochabend mit einem 3:1 im Rückspiel gegen Maccabi Tel Aviv sogar die Champions League erreicht hat, geht es für das Team von Linz-Trainer Dominik Thalhammer nun darum, dem WAC und Rapid in die Europa League zu folgen. In einem Spiel wird in Lissabon das Play-off gegen Sporting entschieden.

Namen hat Sporting freilich den klingenderen, allerdings hatten die Portugiesen, mit 18 Meistertiteln in der ewigen Bestenliste die Nummer zwei des Landes hinter Benfica, in der mittleren wie jüngeren Vergangenheit mit einigen Problemen zu kämpfen. Seit 2002 gelang kein Meistertitel mehr, nach einem unrühmlichen Angriff von Hooligans auf die eigene Mannschaft im Jahr 2018 erfing man sich nicht mehr so richtig. Namhafte Spieler verließen den Klub, die vergangene Saison beendete die Mannschaft nur auf dem vierten Platz - und musste sich dabei nicht nur mit Respektabstand hinter den anderen beiden Großklubs Porto und Benfica, sondern auch hinter Braga anstellen.

Wiedersehen macht Freude

Zu unguter Letzt wurde Sporting von der Corona-Krise finanziell wie personell gebeutelt. Der Liga-Auftakt musste aufgrund mehrerer positiver Fälle verschoben werden, in der dritten Qualifikationsrunde gegen Aberdeen mühte sich der Klub stark ersatzgeschwächt zu einem 1:0. Immerhin der verspätete Start in die Meisterschaft gelang am Wochenende mit einem 2:0 über Pacos de Ferreira; auch dabei fehlten einige Spieler und Trainer Ruben Amorim. Wer von ihnen am Donnerstag im Play-off mitwirken kann, stand bis zuletzt noch nicht fest, der für Amorim eingesprungene Assistent Emanuel Ferro bemühte sich dennoch in Zweckoptimismus: "Natürlich hätten wir gerne alle für Donnerstag bereit. Wenn alle zurück sind, wird die Mannschaft stärker sein. Aber natürlich werden wir auch am Donnerstag auf Sieg spielen."

Gegen Aberdeen setzte sich Sporting (l. Luciano Vietto) nur mit Mühe durch. - © APAweb / Reuters, Pedfro Nunes
Gegen Aberdeen setzte sich Sporting (l. Luciano Vietto) nur mit Mühe durch. - © APAweb / Reuters, Pedfro Nunes

Im Vorjahr ist dies den Portugiesen nur im Hinspiel der Gruppenphase gegen die Linzer gelungen. In Lissabon setzte sich die Heimmannschaft nach einem Rückstand mit 2:1 durch, im Rückspiel überzeugten aber die Oberösterreicher mit einem 3:0-Erfolg. Die beiden Sporting-Torschützen können diesmal jedenfalls nicht mitwirken: Luiz Phellype laboriert an einer Knieverletzung, Bruno Fernandes wechselte im Winter zu Manchester United. In die Favoritenrolle will sich LASK-Trainer Thalhammer freilich aufgrund der schwierigen Umstände beim Gegner sowie der jüngsten Erfolgserlebnisse - dem 7:0 über Dunajska Streda folgte am Wochenende ein 3:1 gegen den WAC - nicht drängen lassen. "Sporting hat immer noch eine sehr hohe Qualität. Das wird noch einmal eine größere Herausforderung als der WAC." Doch einen anderen Fix-Teilnahmer an der Europa League geschlagen zu haben, ist zumindest nicht das schlechteste Vorzeichen. (art)