Es hätte ja auch anders kommen können, und dennoch stehen Rapid und dem Linzer ASK je ein Ausflug auf die Insel bevor. Die Rede ist natürlich von England, der Heimat des Fußballs - genau genommen London. Wie die Auslosung der Gruppenphase der Europa League am Freitag in Nyon ergeben hat, trifft der LASK auf Tottenham Hotspur, und Rapid bekommt es wiederum mit Arsenal zu tun. Das ist nicht viel besser, als es etwa Red Bull Salzburg erwischt hat, muss doch der Serienmeister in Champions-League-Gruppe A gegen den Riesen Bayern München. Lediglich dem WAC blieb im Europacup ein solches Schicksal erspart, zumindest erscheinen dessen Gegner im Europacup - ZSKA Moskau, Dinamo Zagreb und Feyenoord Rotterdam - auf den ersten Blick nicht so respekteinflößend wie die genannten Top-Klubs.

Für den LASK, der in Gruppe B zudem auf den bulgarischen Verein Ludogorez Rasgrad und Royal Antwerpen trifft, ist immerhin sogar ein besonderes Goodie dabei, darf sich doch Dominik Thalhammer mit einem prominenten Trainerkollegen, Star-Coach Jose Mourinho, messen. Der Großklub aus Nordlondon stand im Vorjahr im Finale der Champions League und darf wohl als Favorit auf einen der beiden Aufstiegsplätze betrachtet werden.

"Mit Tottenham haben wir eine absolute Spitzen-Mannschaft gezogen, die mit Jose Mourinho einen Trainer hat, der für viel Innovation im Fußball gesorgt hat und große Erfolge vorweisen kann", sagte Thalhammer in einer ersten Reaktion. Der Portugiese habe ihn "inspiriert", erklärte der Oberösterreicher. Er hatte sich schon bei seinem Debüt als Chefcoach der Linzer im Achtelfinale der Europa League mit Manchester United messen dürfen. Nun geht es für die Athletiker nach London. Dass weiter keine Auswärtsfans zugelassen sein werden, bleibt allerdings ein Wermutstropfen.

Molde und Dundalk schlagbar

Was das Los von Rapid betrifft, so erwartet die Truppe von Didi Kühbauer zwar ein Kracher, immerhin dürfen sich die Wiener aber auch berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg ins Sechzehntelfinale machen. Nachdem die Top zwei jeder Gruppe weiterkommen, sind die Chancen angesichts der übrigen Gegner - Norwegens Meister Molde FK und dem irischen Meister Dundalk FC - durchaus intakt.

"Nach dem ersten Los habe ich mir gedacht, schlechter kann es jetzt nicht mehr werden, am Ende muss man sagen, dass es eine gute Gruppe für uns ist, über die wir uns nicht beschweren dürfen. Das heißt aber nicht, dass wir glauben, dass es für uns leicht wird", sagte Kühbauer am Freitag. Arsenal sei der ganz große Favorit und von der Qualität her über die anderen Teams aus Pool B zu stellen. "Die zwei anderen Gegner sind machbar. Wir werden versuchen weiterzukommen", sagte er. Wie gesagt, es hätte auch anders kommen können.(rel/apa)