Mit mehr als sechs Monaten Verspätung geht das Rennen um die letzten Startplätze bei der Fußball-EM 2021 in die Zielgerade. 4 aus 16 lautet die Rechnung in den Play-offs, die am Donnerstag (20.45 Uhr) mit den Halbfinali starten. Mitten drin hofft auch ein Österreicher: Israels Neo-Teamchef Willi Ruttensteiner will seine Auswahl zur Endrunde führen.

Den Oberösterreicher beschäftigten vor dem Duell mit Schottland allerdings interne Querelen. Vergangene Woche brachte Ruttensteiner seinen Ärger über Indiskretionen seitens des Verbandes zum Ausdruck. Ruttensteiner hatte im Juli den Posten von Andreas Herzog übernommen und zuvor als Sportdirektor für den Verband gearbeitet. In Corona-Zeiten musste dieser sparen, Ruttensteiners Vertrag wurde neu aufgesetzt und endet nun Ende 2020.

Selbst wenn Israel die Hürde Schottland in Glasgow nehmen sollte und sich in Folge auch im Play-off-Finale gegen den Sieger aus Norwegen gegen Serbien durchsetzt, wäre ein Verbleib Ruttensteiners 2021 nicht sicher. Am Donnerstag darf er jedenfalls auf einen Sieg hoffen, die starke Offensivabteilung um Torjäger Eran Zahavi, Ex-WAC-Torschützenkönig Shon Weissman, Munas Dabbur oder den 21-jährigen Manor Solomon von Schachtar Donezk sorgt immer für Gefahr. Defizite offenbarte Israel oftmals in der Defensive. Einige Spieler fehlen außerdem aufgrund von Corona-Infektionen. Im für 12. November angesetzten Play-off-Finale wartet auf den Aufsteiger der Sieger des Duells zwischen Norwegen und Serbien. Für Österreich interessant: Qualifiziert sich Rumänien mit Siegen über Island beziehungsweise den Gewinner der Begegnung zwischen Bulgarien und Ungarn für die EM, werden die Osteuropäer in der Gruppe mit den Niederlanden, der Ukraine und dem ÖFB-Team aufscheinen. Zwischen Bosnien und Nordirland beziehungsweise der Slowakei und Irland wird ein weiterer EM-Startplatz vergeben. Im Vierer-Feld der vermeintlich schwächsten Nationen kämpfen außerdem Georgien und Weißrussland beziehungsweise Nordmazedonien und der Kosovo um ein Ticket. Schafft Rumänien dies nicht, wird die Österreich-Gruppe durch den Sieger dieses Quartetts aufgefüllt.